Stress und Stressmanagement im Trading

Profitables Trading besteht immer aus drei Komponenten, die alle zwingend miteinander in Einklang gebracht werden müssen: 1) Eine profitable Trading-Strategie, 2) das passende Risiko- und Money Management sowie 3) die entsprechende Trading-Psychologie. Fällt eine der drei Säulen weg, bricht das gesamte Trading-Kartenhaus zusammen und der Trader fährt Verluste ein. Daher wollen wir uns im heutigen Video-Tutorial einmal mit der dritten Säule des Tradings beschäftigen und das Thema Stress und Stressbewältigung im Trading genauer unter die Lupe nehmen.

Stress kann für den Trader zur realen Bedrohung werden. Nicht nur, dass unter Stresseinwirkung das Tradingkonto regelmäßig dezimiert wird, auch drohen ernsthafte gesundheitliche Schäden, wenn der Stress und dauerhaft erhöhte Cortisollevel chronisch werden.
Stress kann für den Trader zur realen Bedrohung werden. Nicht nur, dass unter Stresseinwirkung das Tradingkonto regelmäßig dezimiert wird, auch drohen ernsthafte gesundheitliche Schäden, wenn der Stress und dauerhaft erhöhte Cortisollevel chronisch werden.

Stress ist von Beginn an der Evolution Teil des menschlichen Daseins – und damit natürlich auch Teil unseres Alltags als Trader. Dabei ist leichter und temporär “positiver” Stress nicht mal schlimm und er hat uns im Laufe der Jahrhunderte sogar das Überleben gesichert. Doch sobald er überhand nimmt und chronisch wird, kippt das Bild und es drohen ernsthafte gesundheitliche Folgen. Auch auf das Tradingkonto kann sich übermäßiger Stress extrem negativ auswirken, da wir in diesem Zustand unserer Fähigkeiten beraubt werden, vernünftige Entscheidungen zu treffen und länger über eine bestimmt Sache nachzudenken. Um mit dem Stress im Trading besser klarzukommen und unsere Psyche in Einklang mit unserer Trading-Strategie zu bringen, bedarf es also eines richtigen Stress-Managements.

Fight-or-Flight-mode

Stress war im Laufe der Evolution für uns überlebensnotwendig und ist mitunter der Grund dafür, dass wir heute an unserem Trading-Desk sitzen. Denn nur durch die Schutzfunktionen des Körpers, welche im Stressmodus im Gehirn aktiviert werden, war es unseren Vorfahren möglich, sich vor Gefahren in Sicherheit zu bringen und eventuelle Feinde zu schlagen oder zu flüchten. Doch das evolutionäre Überbleibsel wird für den Trader schnell zum Hindernis, wenn er anfängt, den Markt als Feind zu betrachten und versucht, ihn verzweifelt zu bekämpfen. Dabei tritt man in diesem Modus gegen den virtuellen Gegner “Markt” an, gegen den man von vorneherein keine Chance hat.

Präfrontalcortex (PFC) vs. Amygdala

Um das sehr komplexe menschliche Gehirn und seine zahlreichen Areale auf die für den Trader entscheidenen Funktionen simpel herunterzubrechen, können wir zwei wesentliche Regionen unterscheiden: Den Präfrontalcortex (PFC) oder Frontallappen, der für die vernünftigen Entscheidungen und für das Lernen zuständig ist, und den Mandelkern, die sogenannte Amygdala, welche im survival mode aktiviert wird und das Regiment übernimmt – zumeist zum Nachteil des Traders. Dabei hat die Amygdala im Laufe der Evolution des Menschen durchaus für unser Überleben gesorgt, indem sie in Gefahrensituationen den langwierig “grübelnden Part” des Gehirns einfach ausschaltet und zusieht, dass der Körper so schnell wie möglich irgendwie aus der Gefahrenzone gebracht wird. Hauptsache weg! Kurz gesagt, in diesem Modus hat der Trader kaum noch ein Chance, vernunftbegabte Entscheidungen zu trefffen, weil die entscheidenden Hirn-Areale mehr und mehr ausgeblendet werden.

Adrenalin – Cortisol – Game over

Trotz unseres langen Daseins in der Zivilisation bewertet unser Unterbewusstsein den Verlust von Tradingkapital beim Anblick der PnL gleichzeitig als Raub unserer Lebensgrundlage, womit automatisch in den Überlebensmodus geschaltet und das vernunftgesteuerte Denken ausgeschaltet wird. Ist der Trader also mit einer übergroßen Position im Markt und sieht, wie diese Position immer weiter gegen ihn läuft, wird er zunächst mit Adrenalin überschwemmt und landet letzen Endes bei länger andauerndem Stresszustand in einem Überhang des Stresshormons Cortisol, welches dafür sorgt, dass Fett und Muskulatur abgebaut werden, um dem Körper ausreichend Energie für Flucht und Kampf bereitzustellen. Da wir in der Regel festgekettet vor den Bildschirmen sitzen und kein physischer Kampf gegen den Markt erforderlich wird, bahnt sich die überschüssige Energie ihren Weg in Form von unnötigen Klicks (overtrading) oder kaputt geschlagenen Tastaturen und Mäusen.

Der gestresste Trader verliert die komplette Kontrolle über seine Handlungen.
Der gestresste Trader verliert die komplette Kontrolle über seine Handlungen.

Der Trader gerät in eine immer stärker werdende Spirale bestehend aus Tradingverlusten -> steigender Aggressivität -> steigender Angst vor weiteren Verlusten und noch mehr unnötigen Trades, bis er am Ende wortwörtlich die Herrschaft über seine Sinne verliert und sein Konto komplett an die Wand fährt. Das kann sogar dazu führen, dass er sogar seinen Computer und seine Ausrüstung komplett zerstört. So weit sollte man es jedoch erst gar nicht kommen lassen, denn die Stress-Signale zu erkennen und rechtzeitig zu konterkarieren ist leichter, als man denkt. Dazu musst der Trader jedoch Strategien entwickeln, die ihn vor solchen Übersprungshandlungen bewahren und sich und sein Tradingkonto schützen. Stressmanagement ist also auch der Schlüssel zum Trading-Erfolg.

Gesundheitliche Risiken

Dabei hat diese Form des dauerhaft aggressiven stressreichen Tradings nicht nur negative Auswirkungen auf den Stand des Tradingkontos, sondern auch auf die Gesundheit. In Folge des permanent zu hohen Cortisol-Levels und chronischen Stresses drohen dem Trader unter anderem:

  • zu hoher Blutzuckerspiegel mit all seinen negativen Folgen
  • Magen- und Darmerkrankungen
  • Muskel- und Knochenabbau
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Veränderungen am Gehirn, vor allem im Bereich des Frontallappens (Lernzentrum)

Prävention und Gegenmaßnahmen

Als dauergestresster Trader gilt es also, möglichst bald dagegenzusteuern, ehe die negativen gesundheitlichen und finanziellen Auswirkungen überhand nehmen und dem Trader eventuell sogar die gesamte Lebensqualität oder gar Existenz ruinieren:

  • Ein angepasster Tradingstil mit moderaten Positionsgrößen und ggf. größeren Zeiteinheiten oder Trading-Strategien, die uns einfach weniger stressen aufgrund einer veränderten Positionsverwaltung. Tradinganfänger sollten sich die Grundlagen des Tradings zunächst auf den höheren Zeiteinheiten aneignen und sich nur langsam in den Bereich des kurzfristigen Tradings oder Scalpings vorarbeiten, wenn überhaupt.
  • Für ausreichenden Schlaf sorgen. Schlaf ist der entscheidene Faktor wenn es darum geht, schädliches Cortisol abzubauen und Regenerationsprozesse anzuschubsen. Dazu sollte man abends rechtzeitig dafür sorgen, nicht mehr in helle Bildschirme zu gucken und/oder wenigstens einen Blaufilter einsetzen, um die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin nicht zu blockieren.
  • Für sportlichen Ausgleich sorgen. Studien belegen, dass Ausdauersport und/oder Spaziergänge sowie Yoga das schädliche Cortisollevel und den Blutzuckerspiegel schnell senken können.
  • Die “Machtübernahme” der Amygdala in kritischen Situationen bekämpfen, indem man für gute Laune sorgt, zum Beispiel durch motivierende Musik oder Lachen (lustige Filme).
  • Dem Stresslevel mithilfe der Ernährung entgegensteuern. So helfen Magnesium und Vitamin B für den Erhalt eines ausgeglichen Nervenkostüms. Bananen liefern mit dem Stoff Tryptophan einen Vorläufer des Gute-Laune-Hormons Serotonin, was ebenfalls für eine ausgeglichene Psyche sorgt. Zuckerreiche Energy-Drinks sollten vor dem Trading gemieden werden.
  • Das Anlegen einer Pulsuhr beim Trading kann helfen, um den Trader am Anfang seiner Transformation vom Stress-Junkie zum ausgeglichenen Trader zu unterstützen. Dabei zeigt ein zu hoher Ruhepuls über die Uhr, dass wir mit zu großen Positionen unterwegs sind und diese reduzieren müssen.

Und was, wenn es passiert?

Ist man aus irgendwelchen Gründen in eine schwierige Situation am Markt geraten, gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren. Anstatt verzweifelt zu versuchen “das Ruder nochmal rumreißen” zu können, sollte man lieber seine Verluste realisieren, aus der Situation gehen und für ausreichend Bewegung und Ablenkung sorgen. Erst am nächsten Tag sollte man dann mit kühlem Kopf und klarem Plan erneut an die Märkte gehen und wird meist erstaunt feststellen, dass der Tradingverlust im Nachhinein nur halb so schlimm ist, wie es uns im Angesicht der Machtübernahme durch das Terror-Regime Amygdala in der Situation selbst erschien.

Stressbewältigung und Stress-Management im Trading

Devisenhandel

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2 thoughts to “Stress und Stressmanagement im Trading”

  1. Ein Tipp von mir:
    Musik spielen, wenn man ein Instrument beherrscht. Ich persönlich nehme meine Gitarre in die Hand und spiele ein bisschen – es hilft ungemein!
    VG
    Matthias

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