Vor- und Nachteile als Devisentrader
Im Devisenhandel gibt es für den privaten Händler zahlreiche Vorteile. Der wohl größte Vorteil am Devisenmarkt: Als Händler kann man sowohl von positiven als auch negativen Marktentwicklungen profitieren und Long - oder Short-Orders absetzen. Außerdem kostet der Devisenhandel nicht viel. Die meisten Forex-Broker nehmen keine regelmäßigen Gebühren sondern verdienen am Spread der verschiedenen Währungen. Im Vergleich zum Aktienhandel ist der Spread allerdings wegen der hohen Liqidität an der Forex-Börse nicht hoch. Ein weiterer Vorteil: Durch den Hebeleffekt (Margin) benötigt der angehende Trader anfänglich nur wenig Eigenkapital. Die Mindesteinlage beläuft sich meist auf zwischen 25 und 250 Dollar bzw. Euro, mit solchen Summen kann wirklich jeder sein Glück an der Börse versuchen. Dabei ist aber zu sagen, dass ein produktives Trading erst mit vier- oder fünfstelligem Kontostand wirklich Sinn macht - zumindest dann, wenn man vom Devisenhandel dauerhaft leben will. Mit einem hohen Hebel kann der erfahrene Trader dann eine Menge Geld bewegen, auch wenn man sich bei der Ausschöpfung des vollen Hebels auch immer der Gefahren bewusst sein sollte. Welchen Hebel man einsetzt, hängt davon ab, wie man mit dem Risiko eines Verlustes umgeht. Der nächste Vorteil am Devisenmarkt: Es kann 5 Tage 24 Stunden rund um die Uhr gehandelt werden. Dadurch kommt es im Devisenhandel nur selten zu Gaps, also Kurslücken. Auf dem Aktienmarkt oder beim Handel von Indizes hingegen gibt es häufiger Gaps, zum Beispiel wenn der Gewinn eines Unternehmens bekanntgegeben wurde. Durch den permanent geöffneten Devisenmarkt können auch Berufstätige nach der Arbeit noch traden und sich dabei ein wenig entspannen und/oder Geld verdienen. Im Vergleich zum Handel mit Futures ist die geforderte Sicherheitsleistung der Broker meist deutlich geringer. Wer plant, seinen Lebensunterhalt irgendwann als Daytrader bestreiten zu wollen, kann sich so nach dem Feierabend noch an den Rechner setzen und üben, denn der Devisenhandel kennt im Gegensatz zum Aktienmarkt keine Grenzen, was die Handelszeit betrifft. Wenn in New York die Börse um 22:30h schließt, öffnen kurz darauf die Börsen im Fernen Osten. Weitere Vorteile des Devisenhandels:
- Man ist ortsunabhängig. Wer will, kann heute am Tag seinen Laptop unter den Arm klemmen und auf die Malediven auswandern. Einzige Voraussetzung für den Handel ist ein (zuverlässiger) Internet-Anschluss und ein PC. Dadurch ist man als Daytrader einzigartig frei, was die Wahl seines Wohnortes betrifft.
- Verdienstchancen: Die Verdientstchancen im Devisenhandel sind nahezu unbegrenzt, wir limitieren sie lediglich durch unsere eigenen Fehler. Während man in einem normalen Beruf meist über eine gewisse Gehaltsstufe nicht hinauskommt, kann man als Devisentrader unendlich viel verdienen.
- Geringe Startkosten: Wenn man sich mit einem Verkaufsgeschäft selbständig machen möchte, hat man zunächst einiges an Kosten am Hals, die erst mal refinanziert werden wollen: Dazu gehören Lagerkosten für die Ware, Personalkosten und Ladenmiete. Als Devisentrader brauchen wir für den Anfang einen leistungsfähigen PC, einen soliden Internetanschluss und am besten ein Multi-Monitor-System. Für den Anfang tut es auch noch der alte Laptop. Zusätzlich ersparen wir uns den Ärger mit nervigen Kunden und/oder unzuverlässigen Lieferanten.
- Freie Zeiteinteilung: Als Devisetrader sagt mir keiner, wann ich aufzustehen habe und wann ich ins Bett gehen muss, um morgen wieder fit zu sein. Man kann sich also sein Trading seinem Biorhythmus anpassen. Wer morgens gerne länger schläft, kann sich auf die Nachmittags-Session konzentrieren, also ab 14:30 traden, wenn in den USA langsam die Börsen öffnen. Wer ein richtiger Nachtmensch ist, kann sich sogar auf den asiatischen Markt spezialisieren und beispielsweise den Yen, Nikkei und andere asiatische Indizes traden, während hierzulande alles schläft.
Und die Nachteile des Devisenhandels?
Ein Nachteil am Forex-Handel: der Devisenmarkt ist auf einige wenige Währungen beschränkt, während man auf dem Aktienmarkt zahlreiche Aktien für den Handel zur Verfügung hat. Einige Broker bieten aber aufgrund der steigenden Nachfrage mittlerweile allerdings auch den Handel mit Öl, Gold, Platin und Silber und CFDs an. Um am Interbankenmarkt teilnehmen zu können, ist man auf einen Forex-Broker angewiesen. Ein weiterer Nachteil: Durch die hohe Zahl der Marktteilnehmer kommt es bisweilen zu heftigen Kursschwankungen. Außerdem sind die weltwirtschaftlichen Zusammenhänge nicht immer leicht zu durchschauen und müssen ständig im Auge behalten werden, wenn man sich nicht gerade auf ein Autotrading-System verlassen möchte. Trading heißt: Gegen die Statistik zu spielen. Ob der Trader mit seiter Entscheidung, auf steigende oder fallende Kurse zu setzen, richtig liegt, kann er nicht beeinflussen. Traden ist im Grunde eine Mischung aus Erfahrung, Wissen und raten. Was man als Trader allerdings beeinflussen kann, ist der Umgang mit den Folgen der Statistik. Lässt man die potenziell anfallenden Trading-Gebühren mal außen vor, hat man mit einer Handelsentscheidung zwei Möglichkeiten: Gewinn oder Verlust. Weitere Nachteile, die der Beruf "Devisentrader" mit sich bringen kann:
- Als selbständiger Devisentrader trägt man ein hohes Risiko für sich und seine Familie und die gesamte Verantwortung, die normalerweise der Arbeitgeber trägt. Das bedeutet: Man muss sich selbst sozialversichern und wenn man dann krank ist, verdient man auch nichts, denn Trading vom Krankenbett ist nicht unbedingt zu empfehlen und auch nicht immer möglich (je nach Krankheit).
- Als Devisentrader ist man einer recht hohen nervlichen Belastung ausgetzt, der nicht jeder gewachsen ist. Was, wenn der fünfte Trade in Folge ein Schuss in den Ofen war? Besitzt man dann auch noch die Ruhe und das Durchhaltevermögen, seine Strategie erneut zu überdenken und zu modifizieren, bis man wieder profitabel ist? Schließlich gehen die Fixkosten wie Miete, Krankenversicherung oder Darlehen für das Haus weiterhin vom Konto ab.
- Als Forex-Trader arbeitet man eher alleine und isoliert. Für Menschen, die gerne mit anderen Menschen umgehen oder Kollegen um sich haben, ist dies eher der falsche Beruf, sie würden hier vereinsamen. Wer eher introvertiert ist und daran gewöhnt, sein Ding durchzuziehen, ohne dabei auf die Meinung anderer zu hören, für den ist dieser Beruf eher das richtige.
- Selbstdisziplin: Der eigene Chef sein - was für den einen traumhaft klingt, ist für den anderen vielleicht das finanzielle Todesurteil. Als selbstäniger Trader muss man dazu in der Lage sein, sich selbst zu disziplinieren und sich täglich an den Rechner zu setzen, um sein Geld zu verdienen, wie in jedem anderen Beruf auch. Menschen, die strikte Vorgaben von einem Chef brauchen oder zu Lethargie neigen, sind als selbständige Devisentrader wohl eher ungeeignet. Menschen, die gerne etwas selbst bewegen und lieber in die eigene Tasche wirtschaften als in die ihres Vorgesetzten, für die ist der Beruf des Daytraders genau die richtige Wahl.
Zusammenfassung
Zusammenfassend können wir folgendes sagen: Wer gerne feste Regeln im Leben hat, eine finanzielle und emotionale Absicherung durch einen Vorgesetzten braucht und mit dem Gehalt einer Festanstellung leben kann, für den ist der Beruf Daytrader vielleicht die falsche Wahl. Auch psychisch labile Menschen sind als Trader eher ungeeignet, denn hier müssen Emotionen völlig außen vor bleiben. Der
Beruf Daytrader ist eine gute Wahl für alle, die gerne unabhängig und selbstständig arbeiten, sowie dazu bereit sind, sich die nötigen Kenntnisse über die
Technische und Fundamentale Analyse anzulesen. Insgesamt dauert die "Ausbildung" als Trader in etwa
mindestens ein Jahr, bis man fit ist für den Handel mit echtem Geld. Als Trader muss man in der Lage sein, umfassend zu denken und Chancen wie Risiken im richtigen Moment abzuwägen. Man ist meistens auf sich alleine gestellt - nur der Trader gegen den Markt. Alles in allem ist Daytrader ein schöner Beruf, der einem einzigartige Freiheiten gestattet - sowohl in finanzieller wie auch in zeitlicher Hinsicht.
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