Bei der Fundamentalen Analyse betrachtet der Trader - im Gegensatz zur Technischen Analyse - die Einflussfaktoren, die auf die Entwicklung der Wechselkurse Auswirkungen haben. Dabei betrachtet man in erster Linie ökonomische Faktoren, aber auch bestimmte politische Ereignisse oder Ankündigungen der Zentralbanken werden bei der Prognose berücksichtigt. Der Nachteil der Fundamentalen Analyse: Meist konzentriert sich der Trader auf nur eine Einflussgröße, was zu Fehlentscheidungen und letztendlich zu Fehltrades führen kann. Generell sollte man als Trader ganzheitlich denken und handeln und die Veröffentlichung von Wirtschaftsdaten umfassend beobachten. Geht man davon aus, dass diese Wirtschaftsdaten positiv für den entsprechenden Währungsraum zu werten sind, dann kann man mit einer Aufwertung der Währung rechnen. Allerdings setzt sich die Entwicklung einer Währung aus vielen verschiedenen Faktoren zusammen, die man als einzelner nur schwer überblicken kann. Daher empfiehlt sich der Einsatz eines automatisierten Handels, wie z. B. ZuluTrade. Hier werden aktuelle Informationen aus der Wirtschaft eingespeist und automatisch für einen möglichst erfolgreichen Trade verwertet. Als Nicht-Wirtschafts-Experte ist es nämlich oftmals gar nicht so einfach, die verschiedenen Zusammenhänge zu erkennen und aus den veröffentlichten Wirtschaftsdaten Rückschlüsse auf die Devisenentwicklung zu schließen. Daher bevorzugen vor allem viele Einsteiger die Technische Analyse, da man hier auch mit wenig Ahnung von wirtschaftspolitischen Zusammenhängen erfolgreich traden kann. Alle Forex Broker bieten auf ihrer Startseite oder in speziell dafür eingerichteten Bereichen aufbereitete Wirtschaftsdaten, die man als Trader in seine Strategie mit einfließen kann/muss/sollte.
Was bedeutet jetzt schon wieder Zinsparität? Zinsparität heißt, dass sich der Wechselkurs entsprechend der Zinsdifferenz zwischen zwei Währungsräumen entwickelt. Hierbei wird davon ausgegangen, dass der Anleger nicht von verschieden hohen Zinsen in zwei Währungsräumen profitieren kann. Der Zinsvorteil wird hingegen von einem Währungsraum von einer gegensätzlichen Bewegung des Wechselkurses ausgeglichen. Es folgt ein Beispiel um die Theorie der Zinsparität anschaulich darzustellen:
Bei der Zinsparitätstheorie geht man nun davon aus, dass sich der Wechselkurs so angleicht, dass die 1.346 Pfund genau den 2.060 Dollar (Schulden in den USA) entsprechen. Gemäß dieser Theorie wird das Britische Pfund also abgewertet im Vergleich zum USD und ist somit nicht mehr so viel Wert als noch ein Jahr vorher. Andernfalls könnte ja ein Anleger von der Differenz profitieren. Die Quintessenz dieser Theorie: Von der Zinsdifferenz zweier verschiedener Währungen kann ein Investor nicht profitieren.
Allerdings hat dieses Model mit der Realität nur wenig gemeinsam, oftmals trifft auch das exakte Gegenteil zu. Anstelle einer Abwertung der Währung, die höher verzinst wurde, tritt häufig eine Aufwertung ein, weil Anleger die hohen Zinsen der Währung gelockt werden und diese stärker kaufen. Da die Nachfrage der hochverzinsten Währung größer ist und viel von niedrig verzinsten Währung auf dem Markt liegt, kommt es letzten Endes zu einer Aufwertung. Dieser Handel - also die Aufnahme eines Kredits in einer niedrig verzinsten Währung und die Anlage des Geldes in einer höher verzinsten Währung heißt auch "Carry Trade" und wird vor allem von Hedge-Fonds gerne genutzt.
Was hat das Ganze nun mit dem Devisenhandel zu tun? Die Zinsentwicklungen haben einen enorm großen Einfluss auf den Devisenmarkt führen nicht selten zu kräftigen Schwankungen. Viele Notenbanken richten sich bei der Festlegung ihrer Leitzinsen nach den Inflationsdaten weswegen es sich empfiehlt, immer auch die Teuerungsrate im Blick zu haben.
Weder das eine noch das andere weiter oben präsentierte Modell kann eine eindeutige Vorhersage der Wechselkurse bewirken. Nichtsdestotrotz sollte man sich mit diesen Modellen auseinandersetzen, da man durch sie das Funktionieren und die Zusammenhänge am Währungsmarkt besser versteht. Vielversprechender ist allerdings der Rückgriff auf ökonomische Kennzahlen. Die wirtschaftliche Situation eines Landes hat enormen Einfluss auf den Wechselkurs der jeweiligen Währung. Es werden regelmäßig Konjunkturindikatoren veröffentlicht, mit deren Hilfe man die wirtschaftliche Lage eines Währungsraumes tiefgreifend bewerten kann.
| BIP | Das BIP gibt Auskunft über die Wirtschaftsleistung eines Landes. Für den Devisenhandel: Ein höheres BIP, das auf die Steigerung von Exporten zurückgeht, wirkt sich auf die jeweilige Währung positiv aus, während die Zunahme an Lagerbeständen sich negativ auf den Wechselkurs auswirkt. |
| Industrieproduktion | Vorläufer des BIP. |
| Umsätze im Einzelhandel | Dieser Indikator gibt Auskunft über das Konsumverhalten von Privatpersonen. |
| Handelsbilanz | Beschreibt die Im- und Exporte eines Landes. Da Deutschland stark exportabhängig ist, ist die Veröffentlichung der Handelsbilanz ein äußerst wichtiges Ereignis für den Devisenhandel. |
| Netto-Kapitalimporte | Dieser Indikator gibt an, wie viel Geld in das Land kommt. Vor allem für die USA ist dieser Wert von Bedeutung. |
| Lagerbestände | Dieser Indikator wird monatlich veröffentlicht und gibt Auskunft über die Lagerbestände (siehe BIP) der Handelsunternehmen. |
| Langlebige Wirtschaftsgüter | Gegenwert der Bestellungen von langlebigen Verbauchsgütern. Kann als Indikator für das künftige gesamtwirtschaftliche Produktionsniveau genommen werden. |
| Auftragseingänge | Sie lassen Rückschlüsse auf das Auftragsvolumen der Industrie zu. |
| Housing Starts | Hieraus lassen sich die Anträge für Neubauten von Einfamilienhäusern entnehmen. |
| Konsumentenpreisindex | Richtschnur für die Preisentwicklung von Kunsumgütern - also die Inflation. Sollte stark beachtet werden, da dieser Indikator unter anderem Grundlage der Notenbanken für ihre Zinsentscheidungen ist. |
| Produzentenpreisindex | Preise auf Produktionsebene, daher kann er als Vorstufe vom Konsumentenpreisindex angesehen werden. |
| EZB-Rat | Primäres Gremium der amerikanischen Notenbank. Hier wird der Leitzins der USA (FED FUNDS RATE) festgelegt. Für den Euro-Raum ist das der EZB-Rat. |
| Employment Cost Index | Bietet eingeschränkt Rückschlüsse auf Inflation, da man mit einem höheren Gedalt mehr konsumieren kann, was wiederum für ein Ansteigen der Inflation verantwortlich ist. |
| Arbeitsmarktdaten | Große Auswirkungen auf die Märkte. Achtung bei der Interpretation dieser Daten - sie schwanken oftmals saisonal bedingt (Erntezeit, Bauzeit etc.) |
| Consumer Confidence Index | Umfragen über das Konsumverhalten, wird jeden Monat veröffentlicht. Lässt Rückschlüsse auf das Kaufverhalten privater Konsumenten zu und erlaubt Prognosen für künftiges Kaufverhalten. |
| Einkaufsmanagerindex | Monatliche Umfrage unter Einkaufsmanagern. GIbt ein gutes Indiz für die Entwicklung des nationalen Index wider. |
| ifo-Geschäftsklimaindex | Frühindikator für die deutsche Entwicklung der Konjunktur. Hiermit lassen sich sehr gut Prognosen herleiten, daher findet er am Finanzmarkt starke Beachtung |
| ZEW-Konjunkturerwartungen | Auch dieser Indikator erscheint monatlich. Volkswirte und Teilnehmer am Finanzmarkt werden zu ihrer Erwartung bezüglich der Konjunktur im kommenden halben Jahr befragt. |
Nun haben wir hier eine Menge an Indikatoren, die wir bei unserem Devisenhandel im Auge behalten sollen. Doch ist das wirklich notwendig? Im Jahr 1999 hat das "National Bureau of Economic Research" eine Studie veröffentlicht, in der die für die Preisschwankungen am wichtigsten geltenden Faktoren zur Sprache kamen. Das waren in erster Linie
Allerdings sollte man die Zahlen, die veröffentlicht werden, immer in Relation zur herrschenden Meinung am Markt sehen. Erwarten beispielsweise die meisten Marktteilnehmer einen Anstieg der Arbeitslosigkeit von 12 Prozent, ist der Markt bereits auf diesen Wert vorbereitet. Werden nun tatsächlich die 12 Prozent Arbeitslosenquote veröffentlicht, ist die Auswirkung auf den Finanzmarkt nur gering. Wird hingegen eine weitaus niedrigere Arbeitslosenquote veröffentlicht, kann dies eine Aufwertung der Währung nach sich führen. Aus diesem Grunde sollte man veröffentlichte Zahlen stets in Relation zu den Markterwartungen auswerten.