{"id":583,"date":"2018-10-09T17:27:51","date_gmt":"2018-10-09T17:27:51","guid":{"rendered":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/?p=583"},"modified":"2018-10-09T17:27:51","modified_gmt":"2018-10-09T17:27:51","slug":"die-zinsen-steigen-kommt-jetzt-der-boersencrash","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/news\/die-zinsen-steigen-kommt-jetzt-der-boersencrash","title":{"rendered":"Die Zinsen steigen &#8211; kommt jetzt der B\u00f6rsencrash?"},"content":{"rendered":"<p>Noch vor wenigen Tagen war die \u00e4u\u00dfere Fassade v\u00f6llig in Ordnung. Die amerikanischen Indizes gl\u00e4nzten fast t\u00e4glich mit neuen Monats-, Wochen- oder gar Allzeithochs. Erst vergangene Woche lie\u00dfen neue Rekordst\u00e4nde im Dow Jones den amerikanischen Pr\u00e4sidenten zu einer regelrechten Twitter-Tirade hinrei\u00dfen, woraufhin sogleich ein saftiger Sell Off einsetzte. Und schon lernen Trading-Anf\u00e4nger ihre erste Lektion: Wenn neue Allzeithochs vom US-Pr\u00e4sidenten durch Twitter gejagt oder in der Bild-Zeitung gefeiert werden, lieber mal an der Seitenlinie bleiben oder im Zweifel den Sell-Button suchen. Denn unter der Motorhaube bahnt sich etwas an: Das <strong>Zinsgespenst<\/strong> geht um!<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Noch k\u00f6nnen sich die amerikanischen Indizes Nasdaq, Dow Jones und S&amp;P500 ganz gut halten, w\u00e4hrend der deutsche DAX quasi fast schon auf dem letzten Loch pfeift. Von seinem Allzeithoch bei rund 13.500 Punkten ist so viel nicht mehr \u00fcbrig, zuletzt musste sogar die magische Marke von 12.000 Punkten dran glauben, die etliche Tage, Wochen und sogar Monate als brachialer Widerstand fungierte. Wird der DAX es noch einmal schaffen diesen wichtigen Support zur\u00fcckzuerobern und eine fulminante Jahresendrallye einzul\u00e4uten? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht. Fundamental betrachtet entsteht derzeit ein hei\u00dfes Gebr\u00e4u, was jedoch von Aktienanlegern noch eine Weile ignoriert werden kann.<\/p>\n<h2>Der Dollar legt deutlich zu<\/h2>\n<p>Die Zeit des billigen Geldes neigt sich dem Ende. Nach der Fed f\u00e4ngt nun sogar die EZB an ganz langsam das Geld wieder aus dem Markt zu ziehen. Doch die amerikanische Notenbank und ihr neuer Chef m\u00f6gen es rabiat. W\u00e4hrend die EZB den Leitzins &#8222;auf absehbare Zeit&#8220; noch bei 0% belassen m\u00f6chte, geht die amerikanische Fed in die Vollen, erh\u00f6hte beim letzen Meeting auf 2,25 und visiert bereits die 3%-Marke an. Die US-Wirtschaft ist stark, es herrscht ann\u00e4hernd Vollbesch\u00e4ftigung und die Inflationsrate liegt in der N\u00e4he des gedachten Ziels von 2 Prozent. Das Resultat der Zinserh\u00f6hung wird nicht nur am DAX deutlich: Das Geld der Investoren flie\u00dft aus dem Euroraum raus hin\u00fcber in die USA, wie wir auch am drastisch nachgebenden Euro gegen\u00fcber dem US-Dollar sehen. Unter dieser Sogwirkung leiden derzeit vor allem einige <strong>Schwellenl\u00e4nder<\/strong>, die aufgrund des stark steigenden Dollars bereits mit dem R\u00fccken an der Wand stehen. Vor allem die Dauersorgenkinder <strong>Argentinien<\/strong> und <strong>Venzuela<\/strong> werden von der aktuellen Dollarst\u00e4rke hart getroffen, aber auch die T\u00fcrkei wei\u00df mittlerweile weder ein noch aus. Doch auch der Exportnation Deutschland scheint der schwache Euro diesmal nicht wirklich helfen zu k\u00f6nnen. Zu viele Baustellen sind im Euroraum noch offen, allen voran zwei neue alte Sorgenkinder: Griechenland und Italien, hinzu kommt die politische Ungewissheit durch zahlreiche neue, unberechenbare, eher eurokritische und &#8222;rechtspopulistische&#8220; Regierungen innerhalb der Eurozone.<\/p>\n<h2>Wozu noch Aktien?<\/h2>\n<p>F\u00fcr das offensichtliche Ungleichgewicht zwischen DAX und Dow ist also weitestgehend <strong>das unterschiedliche Zinsniveau<\/strong> der L\u00e4nder verantwortlich. Zus\u00e4tzlich belasten den DAX nat\u00fcrlich die deutschen Autobauer und Diesel-Spezialisten, die von einer Krise in die n\u00e4chste schlittern und langsam aber sicher ihre Marktanteile an diverse Elektrobauer, vornehmlich aus Ostasien aber auch aus Amerika, verlieren. Noch will man davon in der rosaroten Autobauerwelt Deutschland nichts wissen oder versucht verzweifelt die Realit\u00e4t zu leugnen, doch schon jetzt wird mehr als deutlich, dass der Verbrennungsmotor in K\u00fcrze ausgedient hat. Und was haben die deutschen Autobauer hier zu bieten? Im Grunde nichts, oder zumindest (noch) nicht viel. Anleger fragen sich folglich derzeit: <strong>Wozu noch Aktien<\/strong> und das dazugeh\u00f6rige gewaltige Crash-Risiko, wenn ich zur gleichen Zeit auf dem Anleihemarkt eine sichere Rendite von mittlerweile immerhin 3 Prozent bekommen kann? Drei Prozent mag f\u00fcr einen Daytrader nat\u00fcrlich l\u00e4cherlich klingen, f\u00fcr gro\u00dfe Investoren, die Milliarden hin- und herschieben, jedoch ein willkommenes, risikoloses und einfaches Fressen.<\/p>\n<h2>Donald Trump ist &#8222;not amused!&#8220;<\/h2>\n<p>Donald Trump ist von der neuen Fed-Politk nat\u00fcrlich &#8222;not amused&#8220;. Schlie\u00dflich ist der Aktienmarkt sein Vorzeigeobjekt und Symbol f\u00fcr die brummende US-Wirtschaft, das bei den bevorstehenden Senatswahlen im November dringend gebraucht wird &#8211; und zwar am besten mit neuen Allzeithochs. Zwar ist die amerikanische Fed wie die europ\u00e4ische EZB in ihren Entscheidungen <strong>unabh\u00e4ngig<\/strong>, doch anders als seine Vorg\u00e4nger l\u00e4sst Donald Trump keine Gelegenheit aus, die Notenbank f\u00fcr ihr Vorgehen zu kritisieren. Dabei ist das vordergr\u00fcndige Ziel der Fed laut ihrem Vorsitzenden <a href=\"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/news\/wer-wird-neuer-fed-vorsitzender\">Jerome Powell<\/a> nicht etwa die Aktienm\u00e4rke von einem Allzeithoch zum n\u00e4chsten zu treiben, sondern<\/p>\n<blockquote><p>maximale Besch\u00e4ftigung in Verbindung mit Preisstabilit\u00e4t<\/p><\/blockquote>\n<p>zu erreichen. Anleger und Investoren <strong>preisen<\/strong> also derzeit weitere <strong>Zinserh\u00f6hungsschritte<\/strong> in ihre Kaufentscheidungen <strong>ein<\/strong>, alleine in diesem Jahr soll es noch einen weiteren Zinsschritt geben, 2019 sollen es drei an der Zahl sein. Sollte es also hier irgendwann zu Abweichungen kommen, die bei einem der n\u00e4chsten <a href=\"https:\/\/devisen-handeln.org\/wirtschaftskalender.html\">FOMC-Meetings<\/a> ans Licht getragen werden, d\u00fcrfte dies heftige Auswirkungen auf die M\u00e4rkte haben. Eine Abkehr von der rigider werdenden Zinspolitik oder ein Aussetzen der Zinserh\u00f6hungen k\u00f6nnte die Aktienm\u00e4rkte also sogar noch einmal nach oben befeuern. Wichtiger Seismograph f\u00fcr k\u00fcnftige Zinsschritte sind daher auch die lauter werdenden Klagerufe der Unternehmen, die sich aufgrund steigender Kosten vor der Zukunft sorgen. Aktuell kann die Fed noch keine drastische Preissteigerung erkennen, das ist jedoch das Risiko, das sie f\u00fcr die steigenden Zinsen eingehen muss.<\/p>\n<h2>Anleiherenditen werden zum Problem f\u00fcr die Aktienm\u00e4rkte<\/h2>\n<p>Doch woher nun die Unsicherheit an den Aktienm\u00e4rkten? Der Grund liegt in den <strong>Renditen f\u00fcr US-Staatsanleihen<\/strong>, wovon zuletzt die 10-j\u00e4hige \u00fcber die magische Marke von 3 Prozent stieg, welche seit geraumer Zeit ein heftiger Widerstand war. Um die Renditen wieder zu dr\u00fccken, m\u00fcssten sich K\u00e4ufer f\u00fcr diese Anleihen finden. Die Fed ist es jedenfalls schon mal nicht, sie baut ihre Best\u00e4nde gerade ab. Auch die Risikoaufschl\u00e4ge f\u00fcr <strong>italienische Staatsanleihen<\/strong> schossen nach der Vorst\u00f6\u00dfen der neuen italienischen Regierung in Sachen Defizitmarke deutlich in die H\u00f6he, was die Refinanzierung f\u00fcr einen derma\u00dfen \u00fcberschuldeten Staat deutlich schwieriger gestaltet. Um Druck aus dem Kessel zu lassen, versprach Ministerpr\u00e4sident Conte jedoch sogleich sich 2020 wieder an die EU-Defizitvorgaben zu halten, was auf Seiten der europ\u00e4ischen Finanzminister f\u00fcr Erleichterung sorgte. Ob die Finanzm\u00e4rkte ihm das abnehmen, bleibt abzuwarten. Aber auch <strong>China<\/strong> wird als klassisches Schwellenland durch die Zinserh\u00f6hung zum Risikofaktor f\u00fcr die Weltwirtschaft. Trotz diverser St\u00fctzungsma\u00dfnahmen der chinesischen Notenbank letzte Woche gaben die Aktienkurse weiter nach. China leidet eben &#8211; wie alle anderen stark in Dollar verschuldeten Volkswirtschaften &#8211; pl\u00f6tzlich stark unter dem steigenden Zinsdruck.<\/p>\n<h2>Gewinner und Verlierer der Zinsschlacht<\/h2>\n<p>Wo Schatten ist, da ist in der Regel auch Licht. So profitieren derzeit am Aktienmarkt vor allem einige <strong>amerikanische Banken<\/strong> und Versicherungen von den steigenden Zinsen, w\u00e4hrend in der Regel Versorger und Hausbau-Aktien darunter leiden. Auf dem W\u00e4hrungsmarkt darf sich nat\u00fcrlich der US-Dollar zu den Gewinnern rechnen, w\u00e4hrend vor allem W\u00e4hrungen von <strong>Schwellenl\u00e4ndern<\/strong> die stark in Dollar verschuldet sind, wie zum Beispiel der argentinische Peso, massiv unter die R\u00e4der kommen. Der Euro d\u00fcrfte es weiterhin schwer haben sich gegen den US-Dollar zu behaupten, zumal er auch noch Sperrfeuer aus der Heimat durch eine immer maroder werdende EU und zweifelhafte Zukunftsaussichten v\u00f6llig \u00fcberschuldeter Euro-L\u00e4nder bekommt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Noch vor wenigen Tagen war die \u00e4u\u00dfere Fassade v\u00f6llig in Ordnung. Die amerikanischen Indizes gl\u00e4nzten fast t\u00e4glich mit neuen Monats-, Wochen- oder gar Allzeithochs. Erst vergangene Woche lie\u00dfen neue Rekordst\u00e4nde im Dow Jones den amerikanischen Pr\u00e4sidenten zu einer regelrechten Twitter-Tirade hinrei\u00dfen, woraufhin sogleich ein saftiger Sell Off einsetzte. Und schon lernen Trading-Anf\u00e4nger ihre erste Lektion: [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38],"tags":[486,66,41,176,69,180,434,484,483,482,485],"class_list":["post-583","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-news","tag-dollar","tag-euro","tag-ezb","tag-fed","tag-italien","tag-notenbankpolitik","tag-staatsverschuldung","tag-us-staatsanleihen","tag-us-zinsen","tag-zinsen","tag-zinsgespenst"],"aioseo_notices":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/583","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=583"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/583\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=583"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=583"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=583"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}