{"id":505,"date":"2018-06-15T13:36:49","date_gmt":"2018-06-15T13:36:49","guid":{"rendered":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/?p=505"},"modified":"2018-06-15T13:36:49","modified_gmt":"2018-06-15T13:36:49","slug":"eurusd-mario-draghi-beendet-das-billig-geld","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/news\/eurusd-mario-draghi-beendet-das-billig-geld","title":{"rendered":"EURUSD: Mario Draghi beendet das Billig-Geld!"},"content":{"rendered":"<p>Paukenschlag auf der gestrigen EZB-Sitzung: Notenbankpr\u00e4sident <strong>Mario Draghi<\/strong> m\u00f6chte kurz vor Ende seiner Amtszeit wohl nicht zwingend als Schrecken der Sparer und Anleger in die Geschichte eingehen und tut es deswegen langsam aber sicher seinen amerikanischen Kollegen gleich: Die Phase des billigen Geldes zur Ankurbelung der Wirtschaft soll in absehbarer Zeit beendet werden. Ob und wie der Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik vor allem vor dem Hintergrund der v\u00f6llig \u00fcberschuldeten Euro-Krisenl\u00e4nder <strong>Italien<\/strong> und <strong>Griechenland<\/strong> funktionieren kann, wird sich zeigen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die Leitzinsen sollen langsam wieder steigen &#8211; und was macht der Euro? Er f\u00e4llt binnen kurzer Zeit wie ein Stein um mehr als 300 Pips in Richtung 1,15. Wie konnte das passieren? Dass fundamentale Aktionen wie die <a href=\"https:\/\/devisen-handeln.org\/wirtschaftskalender.html\">EZB-Sitzung, Fed-Sitzung oder das FOMC-Protokoll<\/a> nicht der beste Zeitpunkt zum traden sind, wei\u00df bereits jeder, der seit l\u00e4ngerem an den M\u00e4rkten aktiv ist. Ein Anheben des Leitzins sollte demnach in der Theorie eine Aufwertung der jeweiligen W\u00e4hrung zur Folge haben, mit dem Euro passierte jedoch genau das Gegenteil. Anleger hatten n\u00e4mlich eine viel schnellere und straffere geldpolitische Wende erwartet, als die von <strong>Mario Draghi<\/strong> angek\u00fcndigte. Vorab wurde der Euro in den Tagen zuvor in freudiger Erwartung auf die Marke von 1,18 hochgekauft, die Entt\u00e4uschung lie\u00df jedoch nicht lange auf sich warten. Den Anlegern geht es viel zu langsam.<\/p>\n<figure id=\"attachment_506\" class=\"thumbnail wp-caption aligncenter\" style=\"width: 658px\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-large wp-image-506\" src=\"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/EURUSDH4-1024x491.png\" alt=\"EURUSDH4\" width=\"648\" height=\"311\" srcset=\"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/EURUSDH4-1024x491.png 1024w, https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/EURUSDH4-300x144.png 300w, https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/wp-content\/uploads\/2018\/06\/EURUSDH4-768x368.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 648px) 100vw, 648px\" \/><figcaption class=\"caption wp-caption-text\">Der Euro quittierte die Ansage von Mario Draghi mit einem Mega-Sell Off von rund 300 Pips. Der langsame Ausstieg aus der laxen Geldpolitik war wohl von einigen Playern schneller erwartet worden. Aktuell f\u00e4ngt sich der Euro wieder.<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Draghi kaufte Schuldtitel ohne Limit<\/h2>\n<p>Um die <strong>Konjunktur<\/strong> in der Eurozone und damit die Kreditvergabe anzuregen, setzte Draghi in der Vergangenheit auf den massiven Kauf von Staatspapieren, um dadurch Wachstum und<strong> Inflation<\/strong> zu erzeugen. F\u00fcr die stabileren nordeurp\u00e4ischen L\u00e4nder w\u00e4re diese Ma\u00dfnahme nicht n\u00f6tig gewesen, doch L\u00e4nder wie Spanien, Portugal aber vor allem Griechenland und Italien \u00e4chzen nach wie vor unter dem f\u00fcr sie viel zu starken Euro. Seit Beginn des Anleihekaufprogramms hat Drahi somit 2,4 Billionen Euro in die M\u00e4rkte gepumpt, die nun langsam irgendwie wieder eingesammelt werden m\u00fcssen. Haupts\u00e4chlich hat er dabei die EZB-Bilanzen mit Staatsanleihen der (maroden) Euro-L\u00e4nder gef\u00fcttert.<\/p>\n<h2>Der Wind hat sich gedreht<\/h2>\n<p>Nicht nur politisch scheint sich der Wind in Europa damit langsam gedreht zu haben, Rechtspopulisten erobern einer nach dem anderen die Regierungen der Euro-L\u00e4nder. Auch die <strong>geldpolitische Wende<\/strong> scheint damit in Europa in greifbare N\u00e4he ger\u00fcckt. Bis September 2018 will die EZB noch monatlich Anleihen im Wert von 30 Milliarden Euro kaufen, danach den Betrag auf 15 Milliarden Euro reduzieren und im Dezember auf Null fahren. Ob die s\u00fcdlichen Euro-Staaten ohne ihren Rollator jedoch werden laufen k\u00f6nnen, ist zum gegenw\u00e4rtigen Zeitpunkt mehr als fraglich. Umso mehr, als die neue italienische Regierung s\u00e4mtliche Konsolidierungsbem\u00fchungen aufk\u00fcndigen und lieber die n\u00f6rdlichen Euro-L\u00e4nder zur Zahlung und \u00dcbernahme der eigenen Schulden bewegen will. Der <strong>Leitzins<\/strong> soll vorher allerdings nicht angetastet werden und bis zum Sommer 2019 auf Null Prozent verbleiben. Auch der Zins f\u00fcr die Einlagefaszilit\u00e4t bleibt bis auf Weiteres im leicht negativen Bereich. Eine Wende der von Euro-Sparern und Anlegern so sehr verhassten <strong>Nullzinspolitik<\/strong> ist damit in greifbare N\u00e4he ger\u00fcckt.<\/p>\n<h2>Noch ist nichts in trockenen T\u00fcchern<\/h2>\n<p>Da auch <strong>Mario Draghi<\/strong> sich der Risiken seines Vorsto\u00dfes bewusst sein d\u00fcrfte, hat er im gleichen Atemzug verk\u00fcndet, die Druckerpresse jederzeit wieder anzuwerfen, falls &#8222;Not am Mann&#8220; ist. Damit kann er zu jeder Zeit bei Euro-Tradern wieder f\u00fcr \u00dcberraschungen sorgen, sodass man erstmal auf alles gefasst sein sollte. Das Inflationsziel von rund 2 Prozent sollte n\u00e4mlich trotz der Ma\u00dfnahmen m\u00f6glichst eingehalten werden. Dabei ist das Wachstum innerhalb der Eurozone mit ebenfalls rund 2 Prozent in 2018 noch nicht wirklich berauschend. Die von Trump m\u00f6glicherweise auferlegten <strong>Strafz\u00f6lle<\/strong> auf deutsche Autos und Aluminium k\u00f6nnten die deutsche Wirtschaft empfindlich treffen. \u00dcber Gegenz\u00f6lle auf ein paar Flaschen Whiskey werden sich die Amerikaner wohl h\u00f6chstens totlachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h2>Sorgenkind Italien<\/h2>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Sorgenfaktor beim Ausstieg aus der ulta-laxen Geldpolitik ist und bleibt jedoch <strong>Italien<\/strong>. Mit dem Einzug der neuen, unberechenbaren Parteien in die Regierung werden die Karten europaweit v\u00f6llig neu gemischt. Abgesehen vom harten Kurs gegen die Migrationswelle k\u00f6nnten die Aufschl\u00e4ge auf italienische Staatsanleihen noch weiter ansteigen und das Land so schuldentechnisch in die Knie zwingen. Doch Italien als drittgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft der Eurozone ist eine andere Hausnummer wie <strong>Griechenland<\/strong> und kann, anders als dieses, nicht mal eben aus der (deutschen) ESM-Portokasse refinanziert werden. Italiens Schuldenberg ist mit rund <a href=\"https:\/\/de.statista.com\/statistik\/daten\/studie\/167737\/umfrage\/staatsverschuldung-von-italien\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">2,2 Billionen Euro<\/a> zwar in etwa so gro\u00df wie der deutsche, im Verh\u00e4ltnis zum BIP des Landes sind es hier jedoch 132% und bei Deutschland nur 68%.<\/p>\n<h2>Politische Entwicklung im Auge behalten<\/h2>\n<p>Eine gravierende <strong>Verschlechterung der geplanten Inflationsrate<\/strong> sowie ein Zunehmen der Unsicherheitsaufschl\u00e4ge auf italienische Staatspapiere k\u00f6nnte somit Mario Draghi noch mal zu einer Kehrtwende bewegen und die Notenpresse wieder anzuschmei\u00dfen. Euro-Trader sollten diese Parameter daher von Zeit zu Zeit gut um Auge behalten. Draghi bem\u00fchte sich bei seiner Rede, die neue italienische Regierung nicht zu \u00fcberdramatisieren, wie es die deutschen Lei(d)medien dieser Tage gerne mal zu tun pflegen. Denn auch die neue Regierung in Italien besteht nicht aus Amateuren, sondern hat kompetente Wirtschaftsexperten in der zweiten Reihe, die sich der fragilen wirtschaftlichen Lage durchaus bewusst sind und nach einem Ausweg aus der Misere suchen. Zum Ende seiner Rede stellte Draghi noch einmal die &#8222;Unumkehrbarkeit des Euro&#8220; in den Raum um den Anlegern die Unsicherheit zu nehmen. Bleiben wir gespannt, welche Ma\u00dfnahmen Mario Draghi bis zum Ende seiner Amtszeit im Herbst 2019 noch ergreifen muss, um den Euro zu stabiliseren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paukenschlag auf der gestrigen EZB-Sitzung: Notenbankpr\u00e4sident Mario Draghi m\u00f6chte kurz vor Ende seiner Amtszeit wohl nicht zwingend als Schrecken der Sparer und Anleger in die Geschichte eingehen und tut es deswegen langsam aber sicher seinen amerikanischen Kollegen gleich: Die Phase des billigen Geldes zur Ankurbelung der Wirtschaft soll in absehbarer Zeit beendet werden. 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