{"id":1601,"date":"2022-07-01T12:10:29","date_gmt":"2022-07-01T11:10:29","guid":{"rendered":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/?p=1601"},"modified":"2022-07-01T12:10:30","modified_gmt":"2022-07-01T11:10:30","slug":"tradinggewinne-versteuern-kippt-2022-die-verlustverrechnungsbeschraenkung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/devisen-handeln.org\/forex-news\/news\/tradinggewinne-versteuern-kippt-2022-die-verlustverrechnungsbeschraenkung","title":{"rendered":"Tradinggewinne versteuern: Kippt 2022 die Verlustverrechnungsbeschr\u00e4nkung?"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit \u00fcber einem Jahr h\u00e4ngt die omin\u00f6se <strong>Verlustverrechnungsbeschr\u00e4nkung<\/strong> \u00fcber jedem Trader, der mit Terminkontrakten handelt, also insbesondere Futures, Optionen und CFDs. Nun k\u00f6nnte das wahrscheinlich absurdeste Gesetz, das von der Bundesregierung jemals live geschaltet wurde, wieder kippen. Was ist passiert?<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Dass dieses neue Gesetz gegen Trader fr\u00fcher oder sp\u00e4ter wieder gekippt wird, da seine Verfassungswidrigkeit offensichtlich ist, war eigentlich abzusehen. Schon im Laufe des letzten Jahres gab es heftigen Gegenwind und es war <a href=\"https:\/\/www.dhpg.de\/de\/newsroom\/blog\/verlustverrechnung-kapitaleinkuenfte\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">zahlreichen \u00c4nderungen unterworfen<\/a>. Nun scheint tats\u00e4chlich sein letztes St\u00fcndlein geschlagen zu haben, auch wenn die finale Entscheidung nat\u00fcrlich noch aussteht. Doch der FDP sei Dank, k\u00f6nnte das <a href=\"https:\/\/www.haufe.de\/steuern\/finanzverwaltung\/verlustverrechnungsbeschraenkung-fuer-aktienveraeusserungsverluste_164_560498.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"Gesetz zur Verlustverrechnungsbeschr\u00e4nkung\">Gesetz zur Verlustverrechnungsbeschr\u00e4nkung<\/a> bald pass\u00e9 sein. Das Gesetz besagt zusammenfassend Folgendes:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><p>Verluste aus Termingesch\u00e4ften k\u00f6nnen nur noch bis 20.000 Euro im laufenden Kalenderjahr mit Gewinnen und Stillhalterpr\u00e4mien verrechnet werden.<\/p><cite>\u00a7<strong>20 Abs. 6 Satz 5 EStG<\/strong><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Welche Produkte sind betroffen?<\/h2>\n\n\n\n<p>Betroffene Produkte sind Futures, Optionen und CFDs.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was bedeutet das f\u00fcr den Trader?<\/h2>\n\n\n\n<p>Im Extremfall die Privatinsolvenz, auch wenn der Trader unter dem Strich vielleicht sogar profitabel war. Denn unter Umst\u00e4nden muss der Trader aufgrund dieses Gesetzes mehr Steuern zahlen, als er \u00fcberhaupt Gewinne erwirtschaftet hat &#8211; denn das Gesetz besteuert sogar Verluste.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Steuern auf Trading-Gewinne: So war es bisher<\/h2>\n\n\n\n<p>Futurestrader Fritz erzielte einen Gewinn von 100.000 Euro und Verluste von 40.000 Euro. Zu versteuern war nun logischerweise nur die Differenz von 60.000 mit 25% Abgeltungssteuer. Die Steuerlast von Fritz f\u00fcr seine Trading-Gewinne betrug also 15.000 Euro.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">So ist es jetzt!<\/h2>\n\n\n\n<p>Ab dem Jahr 2021 werden nur noch 20.000 Euro Verluste f\u00fcr die Verlustverrechnung akzeptiert (bei Verheirateten 20.000 Euro\/Person). Unser Futurestrader Fritz d\u00fcrfte h\u00f6chstens die verbleibenden 20.000 Euro Verlust ins n\u00e4chste Jahr vortragen und m\u00fcsste den Rest versteuern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Worst case voraus:<\/h2>\n\n\n\n<p>Was aber, wenn unser Fritz zum Beispiel in seinem Trading-Jahr 100.000 Euro Gewinn und 100.000 Euro Verlust gemacht hat? Dann steht sein Tradingkonto zwar bei Null, auf 80.000 Euro m\u00fcsste er dann aber 25% Abgeltungssteuer, also 20.000 Euro an das Finanzamt bezahlen. Fritz w\u00e4re also wahrscheinlich in der Schuldenfalle. Dass dieses Gesetz also eigentlich keinen Sinn macht, zeigt schon der gesunde Menschenverstand. Dennoch hat es sich erstaunlich lange gehalten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die Gegenma\u00dfnahmen<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>Gegenma\u00dfnahmen<\/strong> von Seiten der Broker und Trader gab es einige, die jedoch mehr schlecht als recht f\u00fcr die Praxis tauglich waren und sind. So stand zum Beispiel die Gr\u00fcndung einer eigenen Trading-GmbH als M\u00f6glichkeit im Raum, die nach K\u00f6rperschaftssteuer veranlagt wird und nicht nach Einkommenssteuer, sodass das neue Gesetz hier keine Anwendung findet. Diese Gr\u00fcndung einer solchen GmbH geht jedoch mit enorm viel zus\u00e4tzlichem Buchhaltungsaufwand und einer <a href=\"https:\/\/devisen-handeln.org\/steuerfrei-leben.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">m\u00f6glichen Wegzugsbesteuerung<\/a> einher, falls der Trader sich irgendwann doch mal entschlie\u00dft, das Land zu verlassen. Auf der anderen Seite gab den Versuch, dieses Gesetz mit dem Aufsetzen komplexer Firmenkonstrukte im Ausland zu umgehen, die am Ende jedoch in ihrer rechtlich einwandfreien Ausgestaltung und ihrem Verwaltungsaufwand so teuer sind, dass es f\u00fcr 99 Prozent der privaten Retailtrader v\u00f6llig unretabel ist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die sauberste L\u00f6sung<\/h2>\n\n\n\n<p>Die sauberste L\u00f6sung war und ist nach wie vor die Auswanderung in ein traderfreundliches Land ohne ein solches Verlustverrechnungsgesetz. Kaum jemand kann hierzu den angehenden Auswanderer besser beraten als <a href=\"https:\/\/devisen-handeln.org\/out\/auswandern\/gce-start.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"Christoph Heuermann\">Christoph Heuermann<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kippt nun das Gesetz?<\/h2>\n\n\n\n<p>Je weniger intensiv man sich mit diesem Wahnsinn besch\u00e4ftigt hat, desto besser. Der FDP sei Dank &#8211; steht dieses Gesetz nun wohl schon wieder vor dem Aus. Im Rahmen des sogenannten &#8222;<strong>Zukunftsfinanzierungsgesetzes<\/strong>&#8222;, welches nach Finanzminister Christian Lindner und Justizminister Marco Buschmann (FDP) Aktien als Anlageform wieder attraktiver machen soll, steht die komplette <strong>Abschaffung der gesonderten Verlustverrechnungskreise f\u00fcr Verluste aus Termingesch\u00e4ften und Totalverluste<\/strong> an. Des Weiteren schlagen die beiden die Einf\u00fchrung eines eigenen Freibetrags f\u00fcr die Ver\u00e4u\u00dferung von Aktien vor sowie eine Verbesserung bei B\u00f6rsenzulassungen f\u00fcr Start-Ups und SPACs, wie man bei <a href=\"https:\/\/www.godmode-trader.de\/artikel\/regierung-will-verkorkste-verlustverrechnungsbegrenzung-aufheben,11146591\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" title=\"Godmode-Trader\">Godmode-Trader<\/a> nachlesen kann. Letzten Endes ist damit das  absurde <strong>Verlustverrechnungsetz<\/strong> zwar noch nicht g\u00e4nzlich vom Tisch, denn die Punkte m\u00fcssen erst noch mit den Koalitionspartnern SPD und Gr\u00fcne durchgegangen werden. Doch es bleibt zu hoffen\/zu erwarten, dass auch diese Politiker bei genauer Betrachtung die Absurdit\u00e4t und mutma\u00dfliche Verfassungswidrigkeit dieses Gesetzes erkennen, bevor zu ersten Pr\u00e4zedenzf\u00e4llen kommen muss.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit \u00fcber einem Jahr h\u00e4ngt die omin\u00f6se Verlustverrechnungsbeschr\u00e4nkung \u00fcber jedem Trader, der mit Terminkontrakten handelt, also insbesondere Futures, Optionen und CFDs. Nun k\u00f6nnte das wahrscheinlich absurdeste Gesetz, das von der Bundesregierung jemals live geschaltet wurde wieder kippen. 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