Zum Handwerkszeug und Grundlagenwissen jedes Traders sollte die Kenntnis über die unterschiedlichen Orderarten gehören. Vor allem für absolute Trading-Anfänger erscheint es häufig verwirrend, warum es für die gleiche Handlung (das Kaufen und Verkaufen von Devisen) mehrere unterschiedliche Möglichkeiten gibt. Auch wenn die Kenntnis der unterschiedlichen Orderarten noch lange keine Garantie für den Tradingerfolg ist, sollte man sich vor dem eigentlichen Handeln mit ihnen vertraut machen, weil sie dem Trader umfangreiche Möglichkeiten zum Öffnen und Schließen seiner Positionen bieten. Um den Umgang mit einer Handelsplattform wie dem Metatrader oder einer eigenen Software zu erlernen und die Funktionsweise der verschiedenen Ordertypen zu verstehen, sollte man die Möglichkeit eines Demokontos nutzen, das die meisten Forex-Broker für ihre Handelsplattform anbieten.
Durch die unterschiedlichen Orderarten ist es dem Trader möglich, komplexere Strategien zu handeln, ohne permanent den Markt beobachten zu müssen. So können Orders im Markt geöffnet oder geschlossen werden, ohne dass der Trader den Auftrag manuell zu einem bestimmten Zeitpunkt eingeben muss. Stattdessen wird eine vorher aufgegebene Order automatisch ausgeführt, sobald bestimmte Bedingungen im Markt erfüllt sind - ohne dass der Trader noch einmal Einfluss auf seinen Trade nehmen muss. Im Anschluss werden die am weitesten verbreiteten Orderarten kurz vorgstellt. Einige Broker bieten neben den hier vorgestellten Orders noch weitere Order-Arten an, die komplexere Strategien erlauben.
Als Market-Order bezeichnet man Aufträge, die sofort an den Markt weitergeleitet und zum aktuellen Preis ausgeführt werden. Kaufauträge werden bei einer Market-Order immer zum Ask-Kurs - dem Preis, den andere Devisenhändler für die Devise fordern - ausgeführt. Analog dazu werden Verkaufsaufträge stets zum Bid-Kurs ausgeführt. Handelt man über einen Fx-Broker, trifft die eben gemachte Aussage auf jede Orderart zu - der Spread fällt somit bei jeder abgeschlossenen Transaktion (das heißt jeder Kauf und Verkauf) an. Mit Market-Orders ist eine sofortige Ausführung der Order garantiert und somit ein unverzügliches Öffnen oder Schließen der Position. Wenn ein Auftrag schnell ausgeführt werden soll, empfiehlt sich diese Orderart.
Limit-Orders sind limitierte Aufträge. Das heißt, sie werden erst dann ausgeführt, wenn bestimmte Marktbedingungen erfüllt sind. Limitierte Kaufaufträge (Limit-Orders) werden benutzt, wenn man maximal einen bestimmten Preis bezahlen (also unter dem aktuellen Marktniveau kaufen) möchte. Analog dazu werden limitierte Verkaufsaufträge eingesetzt, wenn man am Markt mindestes einen bestimmten Verkaufspreis erzielen möchte.
Die Limit-Buy-Aufträge werden also erst dann zum Marktpreis ausgeführt, wenn der Kurs unterhalb der Limit-Order liegt. Die Ausführung von Limit-Sell-Orders (das heißt, die jeweilige Devise verkaufen) erfolgt, sobald der Wechselkurs über dem angegebenen Preis liegt. Daher sind Limit-Orders dann zu empfehlen, wenn man eine offene Position zu einem vorteilhafteren Kurs als dem aktuellen Marktpreis glattstellen möchte oder um eine Position zu einem besseren Preis einzugehen.
Limitit Orders werden niemals zu einem schlechteren Kurs als zu dem angegebenen Limit ausgeführt. Auf der anderen Seite bedeutet dies aber auch, dass ein Auftrag vielleicht gar nicht ausgeführt wird. So wird beispielsweise ein limitierter Kaufauftrag beispielsweise dann nicht ausgeführt, wenn der Preis bis zum Ende der Gültigkeit der Order nicht unter den angegebenen Preis fällt.
Auch Stop-Orders werden nicht sofort ausgeführt. WIe bei Limit Orders wird auch eine Stop-Order erst dann ausgeführt, wenn der Preis die vorgegebenen Bedingungen erfüllt.
Ein Stop-Buy-Auftrag wurd dann ausgeführt, wenn der Preis über der angegebenen Kursmarke liegt. Nur noch einmal zum Erinnern: Ein Limit-Buy-Auftrag wird dann ausgeführt, wenn der Preis unter der angegebenen Kursmarke liegt. Die Stop-Marke einer Stop-Buy-Order muss dementsprechend über dem derzeitigen Marktpreis liegen. Überschreitet der Preis diese vom Trader festgelegte Marke, wird der Auftrag ausgeführt. Analog dazu funktionieren auch Stop-Sell-Aufträge: Wenn der Markt unter die angegebene Marke fällt, wird der Verkaufsauftrag ausgeführt.
Stop-Aufträge werden häufig auch als Stop-Loss-Aufträge bezeichnet (S/L), weil sie sich perfekt dazu eignen, den Verlust zu begrenzen. Besitzt man beispielsweise eine Long-Position in einer Währung und möchte sich vor einem Kursverlust schützen, dann bietet sich hierfür ein Stop-Sell-Auftrag an. Sobald dann der Preis unter das eingestellte Niveau fällt, wird dieser wird ausgeführt und die Position geschlossen. Für Short-Positionen kann man einen Stop-Buy-Auftrag einstellen, der ausgeführt wird, sobald der Marktpreis über die angegebene Marke steigt.
Stop-Aufträge werden häufig auch dazu benutzt, um eine Position in Trendrichtung einzugehen beziehungsweise um einen Ausbruch zu traden. Eine große Erleichterung für den Trader. Der Stop-Auftrag wird dann ausgeführt, sobald die angegebene Marke über- (Stop-Buy) bzw. unterschritten (Stop-Sell) wird.
Neben Stop- und Limit-Aufträgen stellen mehrere Forex- und CFD-Broker auch noch die Orderart "One cancels other" (eine storniert die andere) zur Verfügung. Dieser oftmals auch als OCO bezeichnete Auftrag ist eine Kombination aus meist zwei zugrundeliegenden Aufträgen, die miteinander verknüpft sind. Sobald einer der beiden Aufträge ausgeführt wird, wird die andere Order automatisch storniert. Diese OCO-Aufträge bieten sich somit beispielsweise dafür an, eine Position sowohl mit einem Sicherungs-Stop ("Stop Loss") als auch mit einer Order zur Gewinnmitnahme zu versehen. Sobald der Kurs unter eine bestimmte Marke fällt, wird der Stop ausgelöst und die Position geschlossen. Steigt der Kurs hingegen über eine spezifische Marke, wird hingegen die Limit-Order aktiviert und die Position mit einem Gewinn verkauft. In beiden Fällen wird nach der Ausführung der ersten Order die zweite Order storniert.
Einige Broker bieten auch die Option einer "If then"-Order an. Hierbei handelt es sich ebenfalls um einen kombinierten Auftrag. Wird eine Order geöffnet, wird die andere geschlossen. Die zweite Order wird hierbei jedoch erst dann aktiviert, wenn der erste Auftrag ausgeführt wurde. Diese Option wird häufig dazu benutzt, um eine Position mit einem limitierten Auftrag einzugehen und sie im Anschluss sofort automatisch mit einem Stop-Loss zu versehen.
Devisen werden in Lots gehandelt. Das sind vorgegebene Handelsgrößen, um den Devisenhandel zu vereinfachen. Ein Standard-Lot im privaten Handel über einen Fx-Broker entspricht normalerweise 100.000 Einheiten der Basiswährung. Ein sogenanntes Mini-Lot umfasst 10.000 Einheiten der Basiswährung. Einige FX-Broker im privaten Handel bieten inzwischen aber auch den Handel mit beliebigen Summen an, wodurch nicht nur Großinvestoren am Markt partizipieren können sondern auch der kleine Privatanleger.
So umfasst zum Beispiel die Transaktion "Buy EUR/USD 1 Lot @ 1,2974" den Kauf von 100.000 Euro zum Preis von 129.740 US-Dollar.
Hintergrund dieser Ausdrucksweise ist der institutionelle Handel per Telefon: So würde es am Telefon einfach zu lange dauern, bis man die ungerade Summe dem Gesprächspartner genannt hätte. In der Zwischenzeit hätte sich der Kurs womöglich in die eine oder andere Richtung verändert. Im Gegensatz zum privaten Handel wird im professionellen Handel normalerweise sogar in Vielfachem von einer Million gehandelt, heute jedoch meist online und immer weniger über das Telefon.