Trader werden ist nicht schwer, Trader sein dagegen sehr. Jeder, der schon einmal einen oder gar mehrere Live-Accounts vor die Wand gefahren hat, weiß um die Bedeutung dieser Worte. Denn länger als ein Jahr braucht man kaum, um sich die theoretischen Kenntnisse der Technischen und Fundamentalen Analyse einzuverleiben und ein wenig auf dem Demo-Account rumzuspielen. Doch bevor man ein erfolgreicher Trader sein kann und dauerhaft Gewinne einfährt, sodass man von seinen Aktivitäten gut leben kann, muss man einiges an Lehrgeld bezahlen. Im Folgenden 16 goldene Trading-Regeln, die einen davor bewahren, als angehender Trader zu viel von diesem Lehrgeld zu bezahlen.

Mit Daytrading kann man viel Geld verdienen, wenn man es richtig anstellt, sogar unvorstellbar viel. Dabei bringt der Beruf “Daytrader” einige unangefochtene Vorteile mit sich:

  • freie Zeiteinteilung: Seine Arbeitszeit kann man auf den individuellen Biorhythmus abstimmen. Während der eine lieber früher aufsteht und dafür auch früher mit der Arbeit aufhört, gehören andere eher zu den Langschläfern. Für beide Parteien gibt es entsprechende Werte und Währungspaare, die zu verschiedenen Zeiten die entsprechende Liquidität bereitstellen.
  • Kein Ärger mit (unzufriedenen) Kunden, Lieferanten und/oder Produkten und Dienstleistungen. Als Daytrader sieht man sich einzig und allein im Zweikampf mit dem Markt. Diesen gewinnt man mal – und ein anderes Mal verliert man ihn. Ein fairer Kampf, der zartbesaiteten aber mitunter an die Nerven gehen kann.
  • Neben all den Vorteilen darf man allerdings auch nicht vergessen, dass der Beruf Daytrader einige Nachteile mit sich bringt:
  • Wer sich nicht ausreichend absichert, kann einen Totalverlust riskieren. So jemand sollte sich allerdings auch nicht als Daytrader bezeichnen sondern lieber ins Spielcasino gehen.
  • Man arbeitet auf selbständiger Basis und ist selbst verantwortlich für die Zahlung seiner Krankenkassen- und Rentenbeiträge. Im Krankheitsfall bringt es einem nichts sich einen gelben Schein vom Arzt zu holen. Wer nicht tradet, verdient auch nichts.

Doch kommen wir zum eigentlichen Thema des Artikels: die eigene Psyche. Denn diese ist hauptsächlich für das Scheitern jedes Traders verantwortlich. Mit den folgenden 16-Punkte-Tradingregeln ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite, ein dauerhaft erfolgreicher Trader zu werden. Wer zu viele Punkte dieser Trading-Regeln missachtet läuft Gefahr, einen Margin Call zu erleiden und wer diese Regeln ständig verletzt, wird aller Wahrscheinlichkeit nach niemals ein erfolgreicher Trader werden.

  1. Trading nach Plan: Trade nie planlos drauflos. Jeder Einstieg sollte wohl überlegt und begründet sein. Nutze für den Einstieg Hilfs- und Trendlinien und berücksichtige die notwendigen fundamentalen Daten so gut als möglich.
  2. Halte Verluste klein und lass Gewinne laufen! Die wohl allerwichtigste Trading-Regel von allen, die JEDEM Trader dauerhaft zum Erfolg verhelfen wird. Setze bei jeden Trade sofort einen StopLoss und ziehe ihn so schnell wie möglich nach. Sobald der StopLoss auf Break Even steht, ist das Risiko gleich Null und Du kannst nur noch gewinnen. Merke: Kein Geld zu verdienen ist immer besser als Geld zu verlieren. Zieh den StopLoss nie in die Verlustzone nach! Es wird ein weiterer/besserer Einstieg kommen. Läuft der Kurs in die falsche Richtung dann akzeptiere das und steig aus dem Trade aus, denn dann läuft der Trade gegen Deinen Plan. Beherzigt man diese Regel, ist es auch egal, wenn die Trefferquote kleiner als 50 Prozent ist. Wenige hohe Gewinne werden Deine vielen kleinen Verluste oder 0-Trades übertreffen. Riskiere pro Trade maximal 2 – 3 Prozent. Mit wachsendem Konto wird so auch Dein Risikokapital größer und so wachsen auch Deine Gewinne.
  3. The Trend is your Friend. Handle immer mit dem (langfristigen) Trend. Erfahrene Trader nehmen gerne auch mal ein Retracement mit, Anfänger sollten jedoch lieber mit dem Strom schwimmen. Es ist ungleich einfacher viel Geld mit dem Trend zu verdienen als zu versuchen, dagegenzuhalten.
  4. Benutze immer einen StopLoss. Stell Dir vor, Dein Computer stürzt unerwartet ab oder es passiert ein unvorhergesehenes politisches oder wirtschaftliches Ereignis. Daher: Außer dem Trend ist auch der StopLoss Dein bester friend!
  5. Füttere keine Verlierer. Achtung Margin Call, Dein Trade läuft in die rote Zone. Du denkst “Ach, wird schon werden.” und schießt noch mal 1000 Dollar nach. Und was passiert? Der Trade läuft weiter gegen Dich und verbrennt weitere 1000 Dollar. Füttere niemals einen Verlierer! Raus aus dem Trade und einen neuen Einstieg suchen. Lieber einen kleinen Verlust als einen großen. Sei dem Markt gegenüber NIEMALS voreingenommen. Der Markt macht, was er will, wer nicht mitspielt, hat verloren. Gehe niemals mit einer vorgefertigten Meinung in den Markt und wechsele auch mal schnell die Richtung von Long auf Short und umgekehrt, wenn es der Markt erfordert. Der Markt ist immer stärker als Du und der Kurs läuft immer weiter gegen Dich, als Du es erwartest.
  6. Erstes Ziel: Schütze Dein Kapital, zweites Ziel: Erziele Profit. Gewinne einzufahren ist nicht schwer als Daytrader. Die Kunst ist es, diese nicht wieder zu verlieren. Daher gilt die oberste Priorität dem Kapitalerhalt, die Gewinne kommen dann zwangsläufig automatisch hinzu, selbst bei schlechter Trefferquote.
  7. Setze den Stop an die richtige Stelle. Es kann frustrierend sein, ständig ausgestoppt zu werden nur um danach festzustellen, dass der Kurs doch in die erwünschte Richtung läuft. Setze daher Deinen StopLoss nicht Pi mal Daumen sondern immer unter bzw. über wichtige Unterstützungs- bzw. Widerstandslinien. Damit vermeidest Du, zu oft unnötig ausgestoppt zu werden und hältst leichter dem psychischen Druck stand, an dem S/L nichts mehr zu ändern. Sollte der Kurs dann doch die Widerstandslinie durchbrechen ist das eben so zu akzeptieren und bietet evtl. sogar die Chance für einen neuen Einstieg in die Gegenrichtung.
  8. Vermeide Overtrading. Lass Dich nicht unter Druck setzen, jeden Tag einen Trade absetzen zu müssen. Manchmal können Tage vergehen, an denen man einfach nur die Kurse beobachtet, um einen guten Einstieg zu finden. Dafür holt man dann aber auch 300 Pips auf einmal raus. Aus diesem Grund ist es gut, sich nicht von Anfang an vom Trading abhängig zu machen sondern das Ganze als Hobby nach Arbeitsschluss zu betreiben. Sobald man mal einen 5-stelligen Betrag ertradet hat, kann man immer noch darüber nachdenken, den aktuellen Job an den Nagel zu hängen. Je mehr Druck man sich selbst nimmt, desto objektiver, entspannter und gelassener und folglich auch erfolgreicher kann man traden.
  9. Nimm Geld nicht zu wichtig, aber auch nicht zu leicht. Ein guter Trader zu sein bedeutet auch, dass man von Natur aus eine gewisse Einstellung zum Thema Geld hat. Einerseits darf einem Geld nicht zu viel bedeuten. Andererseits darf man damit auch nicht zu lax umgehen, um Overtrading und Überhebelung zu vermeiden. Die besten Trader nehmen Geld nicht so wichtig. Dass man niemals Geld zum Traden verwenden sollte, das für den täglichen oder monatlichen Bedarf im Haushalt benötigt wird, sollte ohnehin selbstverständlich sein. Trotzdem gibt es Zeitgenossen, die einen halben Herzinfarkt erleiden, wenn sie sehen, dass sie mal eben 100 oder 200 Dollar in den Wind geschossen haben. Für solche Naturen ist Trader eben eindeutig der falsche Beruf und sie sind als Angestellte bei der Stadtverwaltung Niederpuckelsbach besser aufgehoben.
  10. Nicht verzeifeln. Eben stand der Ölpreis noch bei 92 Dollar, 2 Tage später schon auf 99. Wer hier den Einstieg verpasst hat und die ganzen virtuellen tausenden von Dollars vor seinem geistigen Auge sieht, die man hätte machen KÖNNEN, wenn man doch den richtigen Einstieg gefunden hätte, kann schnell mal an dieser Vorstellung verzweifeln. Doch als Trader sollte man nie in der Vergangenheit leben, sondern immer in der Zukunft. Es wird garantiert einen weiteren fulminanten Einstieg geben. Man muss nur die nötige Geduld aufbringen und darf nicht verzweifeln.
  11. Nicht überhebeln. OK, alle Forex Broker werben gerne mit ihren hohen Hebeln und die Versuchung ist groß, aus 500 Dollar in einer halben Stunde mal eben 3000 zu machen, mit einem Hebel von 1:500 zum Beispiel. Dir ist das schon mal gelungen? Hervorragend. Wahrscheinlich wird das allerdings nie wieder passieren und das Konto wird viel öfter ausradiert, als Du 500 Dollar nachschießen kannst. Die Grundregel lautet hier: Solange man nur mit Minikonten handelt, sehr vorsichtig mit dem Hebel umgehen. Sobald man mal ein vierstelliges Konto hat, darf man etwas aggressiver in Markt gehen und auch mal ein paar Lots mehr kaufen.
  12. Nicht zu viele Positionen gleichzeitig öffnen. Manche Anfänger machen tatsächlich 20 Positionen auf und denken sich, dass einige davon schon laufen werden. Tu das nicht. Begleite Deinen Wert in die Gewinnzone, zieh den S/L nach und eröffne dann erst die nächste Position. Anders wirst Du schnell den Überblick verlieren und eine Position wird den Gewinn einer anderen ausradieren. Im schlimmsten Fall reichen nur wenige negativ laufende Trades um Dein ganzes Konto in den Margin Call zu schicken.
  13. Sei nicht gierig. Jeder Anfänger, der gerade einen großartigen Trade abgeschlossen hat, denkt sich “Oh, jetzt noch 3 oder 4 solcher Trades und dann bin ich reich!” Doch das wird nicht klappen. Gier ist neben Angst der größte Feind des angehenden Traders. Bleibe bescheiden und schalte nach einem Erfolgstrade den Computer lieber aus, um am nächsten Tag frohen Mutes erneut Deine Kunst unter Beweis zu stellen. Es schläft sich auch um einiges besser, wenn man mit einem Gewinner den Tag beendet, als mit einem Verlierer.
  14. Trade emotionslos. Der Markt hat Dir gerade 200 Dollar abgenommen und die Wut kocht hoch. Du willst sie Dir wieder holen – und zwar sofort. Eine gefährliche Situation, denn aller Wahrscheinlichkeit nach wird er dich jetzt noch mehr Pips kosten. Versuche NIEMALS, Dich am Markt zu rächen, denn sonst rächt er sich Dir. Halte Dich lieber an Regel Nummer 2 und akzeptiere einen geringen Verlust, dann gibt es auch keinen Grund sich großartig aufzuregen.
  15. Trading ist kein Glücksspiel. Du willst ein bisschen rumzocken? Dann geh doch lieber ins Spielcasino. Trading ist ein ernstzunehmender Beruf und es gibt ausreichend Hilfsmittel aus der Technischen und Fundamentalen Analyse, diesen Beruf sehr profitabel zu gestalten.
  16. Nutze ein Demokonto. OK, OK. Der Einsatz eines Demokontos ist nicht mit dem Echtgeldhandel gleichzusetzen, vor allem deshalb, weil hier die Psyche anders funktioniert. Sobald wir wissen, dass es sich nur um Spielgeld handelt, traden wir einfach entspannter und emotionsfreier. Nutze trotzdem ein Demokonto zunächst als Anfänger so lange wie möglich und stell Dir vor, es wäre Dein echtes Geld. Nutze ein Demokonto auch später noch, um neue Strategien auszuprobieren oder das Verhalten neuer Finanzinstrumente und Werte. Ich nutze auch heute noch gerne ein Demokonto, um neue Ideen auszutesten oder das “Verhalten” von Werten auszuprobieren, die ich bisher noch nicht getradet habe. Trade das neue Instrument erst dann, wenn Du es auf dem Demokonto im Griff hast und sein Verhalten lesen kannst.
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