“The Trend is your friend“. “Sell in may and go away.” Während das erste Börsensprichwort nicht verkehrt ist, sollte man das zweite schon eher mit Vorsicht genießen. Doch beide haben eines gemeinsam: Wer mit dem Trend schwimmt und geschmeidig auf der Kurswelle reitet, der hat den Erfolg so gut wie sicher in der Tasche. Doch genau hier ist das Problem: Der verdammte Trend läuft mal wieder genau in die Gegenrichtung, wenn ich gerade eine Position geöffnet habe!
OK, wir können uns Trendlinien einzeichnen, Indikatoren einsetzen und Berechnungen durchführen (lassen). Zeitlebens verwenden wir all unsere Energie darauf, die Kursrichtung des einen oder anderen Instruments vorherzusagen. Könnten wir dies in Perfektion, also quasi einen 100%ig sicheren Blick in die Zukunft werfen, wären wir nicht nur reich, sondern steinreich, ultramegareich. In den meisten Fällen fahren wir mit der Einzeichnung unserer Trendlinien ganz gut. Wir haben uns die Grundlagen der Technischen Analyse verinnerlicht und kaufen in der Regel dann, wenn der Kurs am Boden ist und verkaufen auf dem Peak. Es gibt aber noch ein weiteres recht interessantes Hilfsmittel, das vor allem für Rohstoff-Trader von Interesse sein wird und uns bei der Trendbestimmung helfen kann: seasonalcharts.de
Obgleich auch für Devisen-Trader und Händler von Indizes wie DAX und Dow Jones von Interesse, entfalten die Seasonal Charts ihre volle Kraft erst bei Rohstoffen und Edelmetallen, wie das Beispiel aus dem Weizenchart zeigt:
Seasonal Charts
Weizen
Obwohl wir uns natürlich immer auf eine aktuell veränderte Preislage einstellen müssen, können wir doch davon ausgehen, dass der Weizenpreis im Juni und Juli entsprechend tief sein wird und wir zum Ende des Jahres wieder eher an Long-Positionen denken können. Denn das Verhalten eines Rohstoffs wird sich nicht über Nacht ändern, wenn er sich 37 Jahre so verhalten hat.
Heizöl
Mal wieder die Schnauze voll von ewig steigenden Heizölpreisen? Die Lösung: Wir suchen uns einen Broker, der Heizöl im Angebot hat und eröffnen Ende Juli eine Long-Position. Mitte Oktober schließen wir unsere Position und bezahlen mit dem Erlös unser wieder einmal teurer gewordenes Heizöl.
Dabei darf man das Heizöl aber auf gar keinen Fall mit US-Öl (WTI) bzw. Crude Oil (der Sorte Brent) verwechseln, denn diese verhalten sich im Jahresverlauf völlig anders und sind stärker von der Konjunktur abhängig. Um dem geneigten Leser die mühsame Suche nach einem geeigneten Broker zu ersparen: diese beiden Broker haben Heizöl im Angebot:
Intraday-Charts
Aber die Plattform Seasonalcharts.de hat noch mehr zu bieten, nämlich die Intraday-Charts, für uns Daytrader wohl noch eine wichtigere Funktion.
Gold
Und wer regelmäßig Gold tradet, weiß, dass dieses Chart zu 100% stimmt. Täglich zwischen 15 und 16 Uhr pünktlich zum London Gold Fixing rauscht der Goldpreis nach unten, um kurz darauf wieder anzuziehen. Mithilfe dieses Charts kann man sich diese Eigenschaft zu Nutze machen und sich rechtzeitig Long oder Short im Markt positionieren.
EURUSD
Auch für Währungen gibt es natürlich das Intraday Chart, z. B. für den beliebten EURUSD.
Vorsicht: Die angegebenen Zeiten im Intraday-Chart sind Easten Time (US-Zeit). Um die deutsche Zeit zu erhalten, müssen wir im Winter 6 Stunden draufrechnen, im Sommer 5 Stunden. Wie man sieht, geht auch der Euro um 14 Uhr MEZ ein Stück in die Knie, zumindest in den letzten 10 Jahren. Blind sollte man sich allerdings darauf natürlich nicht verlassen, denn gerade bei Währungen spielen viel zu viele andere Faktoren bei der Preisbildung mit. Devisen lassen sich am besten über die Technische Analyse traden.
Fazit
Die Seasonal-Charts und Intraday-Charts sind vor allem für Rohstoff-Trader, die neu im Geschäft sind, eine willkommene Hilfe, denn sie zeigen uns den übergeordneten Trend, der sich aus unendlich vielen Werten aus der Vergangenheit statistisch zusammensetzt. Selbstverständlich darf man sich nicht blind darauf verlassen, sondern immer die aktuellen fundamentalen und technischen Daten im Blick haben. Dennoch kann so ein Chart im Hinterkopf beruhigend wirken. Auch Devisenhändler und Trader von Indizes können von den Seasonal-Charts und Intraday-Charts bedingt profitieren, wenngleich die aktuelle wirtschaftspolitische Situation bei diesen Instrumenten stärker ins Gewicht fällt, als beispielsweise eine fällige Ernte- oder Trockenzeit.
Die Charts auf seasonalcharts.de sind völlig kostenlos. Happy trading!


