Goldpreis-Analyse aktuell: technisch, saisonal und volumenbasiert

Der Goldpreis ist aktuell mal wieder in aller Munde. Die Bullen stehen schon in den Startlöchern, doch die Bären wollen so schnell das Zepter nicht aus der Hand geben. Dabei kommt Gold saisonal betrachtet jetzt in eine interessante Phase. Schauen wir uns den Goldpreis daher einmal etwas genauer an: technisch, saisonal und im Price-Volume-Profile.

Seit dem 07.06.2017 befindet Gold sich in einem scharfen und sehr deutlichen Abwärtstrend, alle Widerstände wurden bislang gnadenlos rasiert. Auf dem Tageschart steht nun das 50er- und das 61.8er-Retracement auf der Agenda, welche der Goldpreis durchaus noch abarbeiten kann, solange der Abwärtstrend intakt ist. Am etablierten Abwärtstrend gibt es nichts auszusetzen, es besteht also aus rein technischer Sicht noch lange kein Grund, nach Long-Positionen Ausschau zu halten. Dabei kommt Gold nun an wichtige Unterstützungsmarken, die möglichst halten sollen, wenn die Bullen das Ruder noch einmal wenden wollen.

Technische Analyse im Gold

Goldpreis-Analyse
Charttechnisch betrachtet ist der Abwärtstrend völlig intakt. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestehen keinerlei Anzeichen für eine Trendwende.

Der Goldpreis hat im Rahmen der Non-Farm-Payrolls am letzten Freitag das 50er-Retracement der gesamten Aufwärtsbewegung auf dem Daily-Chart absolviert. Das 50er-Retracement ist ein wichtiger Widerstand, muss aber nicht zwingend die letzte Bastion sein. Das 61.8er-Retracement verläuft bei ca. 1190 US-Dollar/Feinunze und könnte durchaus innerhalb des Monats Juli noch gesehen werden. Supertrend, Ichimoku-Wolke und sämtliche wichtigen EMAs sind intakt im Short-Modus.

Goldpreis Saisonal

Saisonal betrachtet tritt der Goldpreis allerdings in eine interessante Phase ein – und das ist es, was uns interessieren sollte. Weniger, um bereits voreilig Long-Positionen aufzubauen, sondern zunächst einmal eher, um mit Short-Positionen vorsichtig zu werden. Innerhalb der vergangenen 30 Jahre war die Juli- und August-Performance im Gold die schwächste des ganzen Jahres, bevor zu einer Art Herbstrallye überging. Grund für diese Rallye soll laut einschlägiger Gold-Experten  die Hochzeits-Saison in Indien sein, wo jede Menge Gold verbraucht und gekauft wird.

Golpreis pro Monat
Die saisonale Statistik pro Monat für den Goldpreis zeigt es deutlich: Die Monate Juni und Juli gehören nicht gerade zu den Glanzzeiten des gelben Metalls. Ab August hat sich in den vergangenen Jahren Stärke gezeigt. Quelle: http://www.goldcore.com/us/gold-blog/golds-sweet-spot-strongest-months-are-august-september-november-and-january/

Bemühen wir unseren kurzfristigen saisonalen Indikator für den MT4 und betrachten den Goldpreis-Verlauf der letzten 7 Jahre, so kommen wir zu einem ähnlichen Ergebnis: So um den 19./20.07. könnte es im Gold spannend werden. Ab dann können wir im Stundenchart gut auf Trendwendeformationen achten.

Goldpreis saisonal
Der kurzfristige Seasonal-Indicator für den MT4 zeigt bezogen auf die letzten 7 Jahre ein ähnliches Bild. Um den 20.07. herum haben in der Vergangenheit die Bullen das Zepter in die Hand genommen.

Um die saisonale Analyse abzurunden, befragen wir zu guter Letzt noch die saisonale Analyse-Software Trademiner, um einen saisonal optimierten Einstieg zu finden. Das Ergebis: Bezogen auf die letzten 15 Jahre lag der saisonal optimierte Einstieg am 27.07. eines Jahres. Der Trade lief bis zum 06.09. eines Jahres und kam mit einer Trefferquote von 87 Prozent daher.

Trademiner Goldpreis
Befragen wir die Trademiner Software für einen optimalen Einstieg in den Gold-Future im Monat Juli, so gibt er uns als saisonal optimierten Einstieg den 27.07. eines Jahres aus, bezogen auf die Ergebnisse der letzten 15 Jahre.

Preis-/ Volumenanalyse auf Monatsbasis

Saisonale und technische Analysen sind gut und schön, schauen wir uns am Ende jedoch noch an, wo die Goldbullen tatsächlich ihre Orders liegen haben und welche Level sie um jeden Preis verteidigen werden. Dabei spricht das Preis-Volumenprofil auf dem Monatschart eine deutliche Sprache: Die Marke von 1200 US-Dollar/Feinunze sollte tunlichst nicht mehr per Monats-Schlusskurs unterboten werden. Hier zeigte sich in den vergangenen Monaten ein gehäuftes Interesse der Goldbullen. Geben die Goldbullen diese Barriere per Monatsende auf, kann es sehr schnell mit dem Goldpreis noch weiter bergab gehen.

Goldpreis-Volumenprofil
Das Price-Volume-Profile für den Goldpreis auf Monatsbasis gibt zu denken, denn die Unterkante des Volumenbergs wurde letzten Freitag erreicht. Sie kann zwar problemlos noch innerhalb des Monats Juli unterboten werden, die Juli-Kerze sollte jedoch tunlichst über der Marke von 1200 USD/Feinunze schließen, um ein bullisches Szenario in diesem Jahr möglich zu machen.

Video-Analyse: Goldpreis aktuell

Fazit

Der Goldpreis ist technisch, saisonal und volumenbasiert an interessanten Leveln angekommen. Eine Trendwende in Long-Richtung ist jedoch derzeit noch lange nicht in Sicht. Bis zum Monatsende kann der Goldpreis „unbeschadet“ noch das 61.8er-Retracement der gesamten Tagesbewegung sehen, ohne dass die Goldbullen nervös werden müssen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Monatskerze zum 31.07. über der Marke von 1200 USD/Feinunze schließt. Alles andere darunter dürfte den Goldbären in die Hände spielen und zu weiteren Abverkäufen führen. Um den Goldpreis profitabel zu traden bietet es sich an, auf untergeordnete Trendwendeformationen zu achten, die durch wechselnden Kauf- und Verkaufsdruck ausgelöst werden. Erst im Monat August können wir mit etwas mehr Sicherheit sagen, ob die Saisonalität in diesem Jahr Chancen auf einen erfolgreichen Trade hat oder nicht.

devisenhandel

Daytrader und Swing Trader

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