Vorsicht Nachschusspflicht: Mit -280.000 Euro in den Ruin

Die Aufhebung der Mindestgrenze zwischen Schweizer Franken und Euro von 1,20 wurde für viele Broker zum Desaster, wie devisen-handeln.org bereits berichtete. Doch nicht nur für einige Broker kam der Schlag heftig und unerwartet. Wer bei einem Broker mit Nachschusspflicht tradete, kann jetzt unter Umständen zur Kasse gebeten werden. Wie im Fall des 26-jährigen Ingenieurs Frank Müller.

Heute noch ein geregeltes Leben, morgen schon ein einziger Trümmerhaufen. Mit nur 2.800 Euro setzte der beruflich fest im Sattel sitzende Ingenieur auf einen steigenden Euro gegenüber dem Schweizer Franken. Doch er ahnte nicht, dass der 15. Januar sein Leben für immer verändern würde. Heute plagt ihn eine Schuldenlast von nicht weniger als 280.000 Euro aufgrund der schiefgegangenen Spekulation. Die Nachschusspflicht des Brokers hat ihm das Genick gebrochen. Laut den Recherchen des Spiegel hat der junge Ingenieur hoch gehebelte CFDs bei IG (ehemals IG Markets) getradet. Doch selbst der gesetzte StopLoss kann Müller nicht mehr retten: Aufgrund der hohen Volatilität findet sich binnen der entscheidenden Millisekunden kein Käufer – und Müller sich auf einem Verlust von 20 Prozent wieder. Der Verlust liegt zunächst beim Broker. Doch da dieser auf seiner Webseite deutlich auf eine eventuelle Nachschusspflicht hinweist, reicht er die Forderungen jetzt an seine Kunden weiter.

Wird IG das stemmen können?

Müller ist jedoch nicht der einzige, in einem Forum tauschen sich andere Betroffene aus, die mit kleinem Kapital und hohem Hebel spekuliert haben. Die Frage steht im Raum, wie viele dieser Trader finanziell so gut aufgestellt sind, dass sie die Schuld irgendwann abtragen können. Der Großteil wird jedoch Privatinsolvenz anmelden müssen oder aber auf den guten Willen des Brokers setzen. In diesem Falle behauptet IG allerdings, ausreichend auf die möglichen Risiken hingewiesen zu haben und besteht auf die Rückzahlung. Letzten Endes werden solche Broker einen Großteil der Verluste abschreiben müssen. Wie stabil das Unternehmen dann mit Eigenkapital hinterlegt ist, wird sich zeigen.  Und schon wird die Verbraucherzentrale wach und fragt sich, ob solche hochriskanten Produkte überhaupt an Privatanleger verkauft werden dürfen und wenn ja mit welchen Auflagen.

Vorsichtsmaßnahmen treffen

Anleger, Trader und Investoren sollten sich daher immer gut über eine eventuelle Nachschusspflicht ihres Brokers informieren. Logisch ist auch: Selbst wenn keine Nachschusspflicht besteht, kann zumindest die eigene Einlage weg sein, weil dann natürlich der Broker alleine haftet und mit Pauken und Trompeten untergeht. Um ein solches Risiko zu minimieren, kann man jedoch folgende Vorkehrungen treffen:

  • Niemals völlig überhebelt in den Markt gehen. Stets das Risiko vor Augen haben, dass der Markt sich plötzlich und unerwartet um 25 Prozent in die eine oder andere Richtung bewegen kann und sich ausrechnen, wie sich diese Bewegung auf die Einlage auswirkt. Mit einem Einsatz von Microlots wäre im vorliegenden Fall nicht viel mehr passiert als der Totalverlust der Einlage.
  • Während entscheidender Notenbanksitzungen und/oder Zinsentscheiden, zu entnehmen dem Wirtschaftskalender, sollte man sich als Trader aus dem Markt halten und Flat sein.
  • Niemals ohne StopLoss arbeiten. Auch wenn er in diesem gravierenden Ausnahmefall nicht gegriffen hätte, so kann der Stop einen in 99 Prozent der Fälle vor größeren Verlusten schützen. Und selbst im vorliegenden Fall erreicht man mit dem Setzen eines StopLoss eine vorteilhaftere Verhandlungsposition gegenüber dem Broker falls es zu einem Rechtsstreit mit ihm kommt.
  • Niemals mehr Geld zum Traden bei seinem Broker einsetzen, als von der jeweiligen Regulierungsbehörde zur Einlagensicherung ausgewiesen wird. Denn selbst wenn man gar nicht persönlich betroffen war und der Broker pleite geht, bekommt man wenigstens sein Geld aus der staatlichen Einlagensicherung wieder. Daher ist es wichtig zu wissen, über welche Behörde der Broker reguliert wird.
  • Niemals blind auf Aussagen von Notenbankpräsidenten oder irgendwelchen Politikern vertrauen. Die Kräfte des freien Marktes sind auf Dauer unbezwingbar.

Der komplette Artikel auf Spiegel Online.

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