Betrug mit Binären Optionen: Die ASIC zieht die Schlinge enger

Binäre Optionen stehen in letzter Zeit verstärkt auf der Abschussliste der Regulierungsbehörden – zum Glück für alle angehenden Trader. Doch nicht nur die in der Szene einst als besonders lasch bekannte zypriotische Regulierungsbehörde CySEC hat die Bedingungen für die Anbieter von Binären Optionen maßgeblich verschärft, jetzt greifen auch die Australier härter durch. Im Folgenden die neuen Broker auf der Blacklist der australischen Regulierungsbehörde ASIC.

Bnäre Optionen
Der Handel mit Binären Optionen gerät immer stärker in den Fokus der Regulierungsbehörden. Die Blacklist wächst und wächst.

Hoch oder runter? So simpel soll der Handel mit Binären Optionen gemäß der reißerischen Werbung zahlreicher Anbieter von Binären Optionen sein. Theoretisch richtig, denn an der Börse geht es oberflächlich betrachtet meistens entweder auf oder nieder. Dabei wären wir alle schon längst Millionäre, wenn es denn so einfach wäre. In der Praxis machen dem Trader jedoch folgende Dinge das Leben beim Handel mit Binären Optionen unnötig schwer:

  • Die Ablaufzeit: Nach einer gewissen Zeit ist der Trade einfach vorbei. Man hat keine Möglichkeit, mit Binären Optionen seine Gewinne weiter auszubauen und muss erneut einen Trade starten und somit erneut ins Risiko gehen. Die größere Chance liegt dabei jedes Mal beim Broker.
  • Das CRV: Das CRV ist beim Handel mit binären Optionen stets negativ. Der Trader kann also bei jedem Einsatz immer nur mehr verlieren, als er riskiert hat und braucht eine enorm hohe Trefferquote, um erfolgreich zu sein. Ein negatives realisiertes CRV ist dabei primär kein Problem, es kommt auch dann und wann beim Handel mit CFDs, Futures oder auf dem Forex Markt vor. Das Problem ist, dass es beim Handel mit Binären Optionen für immer so ist bei jedem einzelnen Trade und es dabei keine einzige Ausnahme gibt.
  • Fehlende Regulierung: Binäre Optionen sind OTC-Produkte und unterliegen wie CFDs keinerlei börslicher Regulierung. Besonders in den stark umworbenen kurzfristigen Minutenoptionen kann der Broker leicht den Kurs zu seinen Gunsten manipulieren.
  • Hoch oder runter? Neben auf und nieder gibt es an der Börse noch eine andere Richtung, nämlich seitwärts ohne klaren Trend. Und so laufen die Kurse einen Großteil der Zeit. In einem Seitwärtsmarkt eine zuverlässige Prognose mit einer höheren Wahrscheinlichkeit über den künftigen Kursverlauf abzugeben, gleicht einem Münzwurf. Nicht umsonst sind zahlreiche Anbieter von Binären Optionen als Glücksspielanbieter registriert.

CySEC startete Anfang des Jahres den Feldzug

Eine Regulierungsbehörde der man es bislang am wenigsten zugetraut hätte, hat bereits Anfang des Jahres die Bedingungen für den Handel und das Angebot von Binären Optionen verschärft. Anscheinend hat auch die CySEC mittlerweile mitbekommen, dass ihr Ruf im Keller gelandet ist. In einer ersten Maßnahme sollten Binäre Optionen mit einer Laufzeit unter 5 Minuten gar nicht mehr angeboten werden und bei allen Handelsarten ein vorzeitiger Ausstieg aus dem Trade möglich sein. Schon Ende 2016 untersagte die CySEC unseriöse Bonusangebote der Broker, wobei versprochen wurde, das eingezahlte Geld um einen gewissen Betrag aufzustocken, die Auszahlung jedoch erst nach einer gewissen Anzahl absolvierter Trades möglich war. Ein klarer Schritt in Richtung Anlegerschutz.

FCA legt nach

Nach dem Vorstoß der CySEC hat auch die britische Regulierungsbehörde FCA nachgelegt und den unter ihrer Aufsicht stehenden Brokern das Anbieten von Boni untersagt. Zudem möchte die FCA den maximalen Hebel beim Handel mit Differenzkontrakten auf maximal 1:50 beschränken. Für angehende Trader sicher eine hilfreiche Sache, für erfahrene Trader eher ein Hindernis.

ASIC nimmt Binäre Optionen ins Visier

13,3 Millionen AUD, das ist die Summe, die Australier im ersten Halbjahr 2017 durch sogenannte „Investment Scams“ verloren haben. Den australischen Regulierungsbehörden sind unseriöse Finanzanbieter mittlerweile ebenfalls ein Dorn im Auge. Vor allem durch sogenannte „cold calls“, also unautorisierte Anrufe am Telefon, wurden unbedarfte Personen in hochriskante Finanzprodukte gelockt. Folgende Finanzdienstleister sind dadurch in den vergangenen Wochen und Monaten auf der Blacklist der ASIC gelandet:

  • Binary Tilt
  • Campbell Investments Limited
  • BBB Markets
  • Ivory Option
  • Plusstocks
  • Aram Binary Options
  • Millenium Options
  • VX Markets

AMF ergänzt

Die französische Regulierungsbehörde AMF (Autorité des marchés financiers) ergänzt:

  • CBF Financial
  • Toro Next
  • Easygestions
  • 4U Groups
  • Luxembourg Capital Finance
  • MT4 Invest
  • GSS Financial X90
  • PROMFX
  • Boom Forex
  • Agenda Invest
  • Financial Futures Ltd
  • GMSA investments
  • Group Investment
  • Market Options
  • Swiss XM

Regulierungsbehörden auf verlorenem Posten

Der Feldzug gegen den Binary Scam mag ehrenhaft sein, doch bei Licht betrachtet ist es ein Kampf gegen die siebenköpfige Hydra. Schlägt man einen Kopf ab, wächst er an anderer Stelle wieder nach. Geblacklistete Broker werden wohl oder übel nach kurzer Zeit in der Versenkung wieder unter neuem Namen erscheinen und mit verändertem Personal ein ähnliches Angebot unterbreiten. Als angehender Trader sollte man daher folgende Dinge berücksichtigen:

  • Binäre Optionen erst gar nicht handeln,
  • Nicht auf Cold Calls sogenannter Finanzexperten eingehen oder sich gar in ein Investment schwätzen lassen,
  • Bevor man ein Konto bei einem Broker eröffnet, die Webseite der jeweiligen Regulierungsbehörde checken um zu sehen, ob irgendwelche Maßnahmen gegen der Broker vorliegen,
  • Auch das Forum Forex Peace Army kann eine hilfreiche Unterstützung bei der Suche nach einem seriösen Online-Broker sein.

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