Aug 092011
 

Die Turbulenzen an den Börsen sind selbst für Nicht-Trader und Börsen-Laien unübersehbar. Die desaströsen Zustände in den USA und der Europäischen Union hinterlassen langsam aber sicher deutliche Spuren. Das Kartenhaus aus Schulden droht zusammenzubrechen. Die Börsen quittieren die Negativschlagzeilen mit Kurseinbrüchen. Seit dem Abstufen der USA von Triple-A auf AA+ rennen Privatanleger den Goldhändlern die Bude ein oder investieren in den Schweizer Franken.
Die Währung der Eidgenossen gilt für viele Anleger als sicherer Hort. Aber den Schweizern wird es langsam zu blöd. So hat die Schweizer Zentralbank neulich schon die Bremse gezogen und den Markt mit Franken überschwemmt, um dem Unaufhaltsamen Kursanstieg Einhalt zu gebieten. Vor allem die Deutschen fürchten sich derzeit vor einer Inflation und einer Währungsreform. Können wir dem wackeligen Euro überhaupt noch trauen? Die Schweizer haben es da besser. Sie sind stolz auf ihre stabile Währung und würden sie um nichts in der Welt gegen den Euro eintauschen. Recht haben sie. Aber so begehrt zu sein, hat auch seine Nachteile. Das Leben wird teurer in der Schweiz und so langsam bleiben auch die Touristen aus. Oder wer möchte schon gerne für einen Kaffee 6 Franken bezahlen?

Tausche Euro gegen Franken

Viele Anleger bunkern derzeit nicht nur Gold in der Schweiz, sondern tauschen aus Furcht vor Geldentwertung auch ihre Ersparnisse in Schweizer Franken. Durch die Turbulenzen und das innereuropäische Schuldenchaos sank der Euro zuletzt auf seinen Tiefststand von 1,0563 Franken. Die Schweizer Exporteure betrachten den fulminanten Kursanstieg ihrer Währung mit Argwohn. Für sie wird es dadurch schwer, die Ware noch an den Mann zu bringen. Seit Jahresbeginn hat der Schweizer Franken gegenüber dem Euro um 13 Prozent zugelegt. Grenzgänger freuen sich hingegen über das drastische Preisgefälle, das sich vor allem bei Lebensmitteln bemerkbar macht. Schweizer können im angrenzenden EU-Ausland günstig Fleisch, Obst und Gemüse einkaufen. Für den Binnenmarkt allerdings düstere Aussichten, die Umsätze im Einzelhandel sind seit Jahresbeginn um 20 Prozent eingebrochen.

Situation entspannt sich

Ganz gelassen nach Schweizer Art bewertet man die aktuelle Situation bei Credit Suisse. Hier rechnen Analysten damit, dass sich der Kurs des Schweizer Franken bis Jahresende wieder bei 1,30 Euro einpendeln wird. Ob sich  das bewahrheitet, werden die nächsten Tagen und Wochen zeigen und auch davon abhängen wie viele Investoren weiterhin in den Schweizer Franken flüchten.

So kann man Schweizer Franken kaufen

Um vom fulminanten Kursanstieg des Schweizer Franken zu profitieren, kann man sich bei einem Forex Broker (z. B. Dukascopy) registrieren und auf die weitere Kursentwicklung spekulieren. Wer sein Geld tatsächlich in Schweizer Franken transformieren möchte, der hat dazu im Wesentlichen 2 Möglichkeiten:

  1. Ein Bankkonto in der Schweiz: Wer in der Schweiz ein Konto eröffnen will, muss seinen Wohnsitz in der Schweiz haben und bei Kontoeröffnung einen Personalausweis mitbringen. Wer vermeiden will, dass er als Steuerflüchtling gilt, sollte kein Bargeld einzahlen, sondern von einem deutschen Konto überweisen.
  2. Deutsches Konto in Schweizer Franken führen: Allerdings gibt es noch eine viel einfachere Möglichkeit, sein Geld in Sicherheit zu bringen. Dazu muss man nicht extra erst über die Grenze fahren. Man muss sich einfach bei seiner Bank ein Fremdwährungskonto einrichten. Dabei sollte man allerdings bedenken, dass die Kontoführungsgebühren für ein solches Konto zumeist höher sind. Wer aus dem Inland auf das Konto zugreift, muss außerdem mit Verlusten rechnen, da man immer vom aktuellen Wechselkurs abhängig ist.
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  One Response to “Jetzt Schweizer Franken kaufen?”

  1. [...] um die Gemeinschaftswährung. Bis vor kurzem flüchteten viele Anleger in den vermeintlich sicheren Schweizer Franken. Doch die Schweizer Notenbank zog die Notbremse, bevor die zu stark werdende Währung der gesamten [...]

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