Ein neues Finanzinstrumet erobert die Welt: Optionen. Was verbirgt sich dahinter und vor allem: Wie handelt man Optionen? Digitale oder Binäroptionen handelt man ganz einfach online über einen Broker, z. B. über anyoption. Der Handel mit Binäroptionen ist weitaus weniger kompliziert als der Handel mit klassischen Optionen (Plain-Vanilla-Optionen) bzw. Optionsscheinen, weswegen er vor allem bei Tradern ohne Erfahrungen immer beliebter wird. Auch einige Forex Broker bieten neben dem Handel mit Rohstoffen und Devisen den Handel mit Optionen an, so z. B. der Forex Broker 4xp. Beim Handel mit Binäroptionen hat man als Trader genau 2 Optionen (daher auch der Name): 0 oder 1, Kursgewinn oder Kursverlust. Auch Optionen handelt man in der Regel, wie Devisen, eher kurzfristig. Die Positionen werden also höchstens über Tage (End-of-day) oder Wochen (End-of-week) gehalten, nicht über Jahre, wie beispielsweise Aktien. Die Einstiegsinstrumente im Optionshandel heißen Call (long) und Put (short). Dabei kauft der Anleger nicht etwa einen Basiswert direkt, sondern er spekuliert nur auf die Richtung, in die sich der Basiswert bewegen wird. Innerhalb einer bestimmten Zeitspanne darf der Anleger diese Option dann wieder verkaufen. Um das Wesen eines solchen Trades zu veranschaulichen, im Folgenden ein Beispiel:
Vor dem Handel muss der Trader lediglich einen Basiswert, eine Ablaufzeit der Binäroption und eine Kursrichtung (call oder put) wählen. Dabei hat der Anleger bei anyoption eine Fülle von Instrumenten zur Auswahl: Rohstoffe, Devisen, Aktien und Indizes. Natürlich sollte man ein Instrument wählen, in dem man sich relativ gut auskennt, um den entsprechenden Kurs möglichst genau vorhersagen zu können. Ist man der Meinung, der Kurs des entsprechenden Basiswerts entwickelt sich nach oben, kauft er eine Call-Option. Ist man der Meinung, der Kurs entwickelt sich negativ, kauft man eine Put-Option.
Grundsätzlich kann man fast jeden Wert mit Optionen handeln, sei es Devisen, Aktien oder auch Rohstoffe. Dabei kann man seine Positionen auch perfekt hedgen, also gegen einen Verlust absichern. Wenn Sie beispielsweise eine Aktienpaket gekauft haben (long), kann man sich mit einer Put-Option, die bei fallenden Kursen steigt, gegen einen Verlust absichern. Zur Erläuterung: Long bedeutet in diesem Zusammenhang des Optionshandels, dass man eine Optionsposition - egal ob Call oder Put - gekauft hat. Short in Optionen ist man demnach, wenn man Optionen verkauft, also ein Stillhaltergeschäft getätigt hat. Diese Terminologie sollte man nicht mit der gängigen Aktienterminologie verwechseln!
In der Folge einige Optionshandel-Strategien für Anfänger, wenngleich sie auch nur oberflächlich behandelt werden können. Diese Strategien beziehen sich auf den Handel mit Plain-Vanilla-Optionen und gelten nicht für den Handel mit Binäroptionen.
Professionelle Options-Trader verwenden meist eine Kombinationen aus Long- und Short-Positionen. Sie tun das, um spezielle Risiko- und Gewinn-Charakteristika zu schaffen, die von einer weiten Reihe von Eintrittszenarien profitieren. Der Kauf einzelner Optionen wäre wie der Kauf eines Anzugs von der Stange. Options-Spreads hingegen sind wie der Designer-Anzug, der ausschließlich für den Käufer zugeschnitten wurde. Zwei der einfacheren Options-Spreads sind der Call-Spread (Bull-Spread) und sein Gegenspieler, der Put-Spread (Bear-Spread). Ein Call-Spread entsteht durch den gleichzeitigen Kauf einer Call Option mit einem geringeren Ausübungspreis und dem Verkauf einer anderen Call Option mit einem höheren Ausübungspreis.
Einer der Vorteile von Optionen ist es, dass man richtungsunabhängige Positionen aufbauen kann. Diese Strategien basieren auf Volatilität. Im Fall von Long-Optionsstrategien profitiert man als Trader von einer Zunahme der Volatilität (die den Optionswert erhöht), bei Short-Positionen von einer Abnahme der Volatilität (sie vermindert den Optionswert). Der klassische, richtungsunabhängige und somit volatilitätsabhängige Trade ist der Straddle. Der Straddle entsteht durch dne Kauf eines Calls und Puts mit identischen Ausübungspreisen und gleichem Verfallstag. Wenn der zugrundeliegende Wert mehr fällt oder steigt, als für die Option an Prämien bezahlt wurde, läuft diese Option in den Gewinn.
Das Entscheidende bei dieser Strategie ist, Werte bei geringer Volatilität zu kaufen. Denn eine geringe Volatilität bedeutet eine niedrige Prämie. Dies wiederum verspricht ein größeres Gewinnpotenzial, wenn sich der zugrundeliegende Wert genug in eine Richtung bewegt. So haben zum Beispiel Aktien, die in einer engen Preisspanne gehandelt werden, eine geringe Volatilität und sind somit geeignete Kandidaten für diese Art von Optionsstrategie. Der Verkauf eines Straddles bietet die Möglichkeit, von einer erwarteten Volatilitätsabnahme zu profitieren. In diesem Fall würde man, solange die Volatilität noch sehr hoch ist, identische Calls und Puts verkaufen. Man kassiert die entsprechend hohe Prämie, und wenn die Volatilität wieder auf ein normales Niveau gesunken ist und somit auch der Wert der Option gefallen ist, kann die Prämie als Gewinn verbucht werden. Das Risiko/Gewinn-Profil dieses Trades ist das genaue Gegenteil des Long Straddle: Der Gewinn ist limitiert, das Risiko hingegen nicht. Für die Übernahme dieses Risikos wird dem Trader die Optionsprämie bezahlt. Solange sich der Markt nicht genug bewegt (egal in welche Richtung), um die erhaltene Prämie aufzuzehren, wird der Trader Gewinn machen. Und je näher die Kurse des zugrundeliegenden Wertes am Verfallstag beim Ausübungspreis liegen, desto höher wird der Gewinn ausfallen.
Der Preis einer Option hängt von ihren Ausstattungsmerkmalen ab (Basispreis, Restlaufzeit) sowie von den Marktparametern (Volatilität, Zinsen, Dividenden). Für die verschiedenen Abhängigkeiten lassen sich Sensivitätskennzahlen berechnen, die sogenannten "Griechen". Dazu gehören folgende Kennzahlen: